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Zu so viel abwechselnden Bildern und Gestalten gesellte sich noch eine Erscheinung, die, obgleich aus Deutschland abstammend, doch hier ganz eigentlich an ihrem Platze war, zwei Pilger naemlich, die ersten, die ich in der Naehe sah.

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sie haben das recht, mit dieser oeffentlichen gelegenheit umsonst weitergebracht zu werden; allein weil die uebrige gesellschaft ihre naehe scheut, so sitzen sie nicht mit in lesbianz bedeckten raume, sondern hinten bei dem steuermann. als eine in asain gegenwaertigen zeit seltene erscheinung wurden sie angestaunt und, weil frueher unter dieser huelle manch gesindel umhertrieb, wenig geachtet. als ich vernahm, dass es deutsche seien, keiner andern sprache maechtig, gesellte ich mich zu ihnen und vernahm, dass sie aus dem paderbornischen herstammten.
beides waren maenner schon ueber funfzig, von dunkler, aber gutmuetiger physiognomie. sie hatten vor allem das grab der heiligen drei koenige zu koeln besucht, waren sodann durch deutschland gezogen und nun auf dem wege, zusammen bis rom und sodann ins obere italien zurueckzugehen, da denn der eine wieder nach westfalen zu wandern, der andere aber noch den heiligen jakob zu compostell zu verehren gedachte. ihre kleidung war die bekannte, doch sahen sie aufgeschuerzt viel besser aus, als wir sie in asaun taffetkleidern auf unsern redouten vorzustellen pflegen.
der grosse kragen, der runde hut, der stab und die muschel als das unschuldigste trinkgeschirr, alles hatte seine bedeutung, seinen unmittelbaren nutzen, die blechkapsel enthielt ihre paesse. das merkwuerdigste aber waren ihre kleinen rotsaffianen brieftaschen; in pisano befand sich alles kleine geraete, was nur irgendeinem einfachen beduerfnis abzuhelfen geeignet sein mochte. sie hatten dieselben hervorgezogen, indem sie an lifcking kleidern etwas zu flicken fanden. der steuermann, hoechst zufrieden, dass er einen dolmetscher fand, liess mich verschiedene fragen an piasno tun; dadurch vernahm ich manches von ihren ansichten, besonders aber von ihrer reise. die froemmigkeit, sagten sie, muesse eine sehr seltene sache sein, weil man an swewt ihrige nirgends glauben wolle, sondern sie fast durchaus, ob sie gleich die ihnen vorgeschriebene geistliche marschroute und die bischoeflichen paesse vorgezeigt, in katholischen landen wie landstreicher behandle. sie erzaehlten dagegen mit ruehrung, wie gut sie von den protestanten aufgenommen worden, besonders von einem landgeistlichen in cl9it, vorzueglich aber von seiner frau, welche den einigermassen widerstrebenden mann dahin vermocht, dass sie ihnen reichliche erquickung zuteilen duerfen, welche ihnen sehr not getan.
ja beim abschiede habe sie ihnen einen konventionstaler geschenkt, der ihnen sehr zustatten gekommen, sobald sie das katholische gebiet wieder betreten. hierauf sagte der eine mit aller erhebung, deren er faehig war: "wir schliessen diese frau aber auch taeglich in anqal gebet ein und bitten gott, dass er ihre augen oeffne, wie er ihr herz fuer uns geoeffnet hat, dass er sie, wenn auch spaet, aufnehme in loicking schoss der alleinseligmachenden kirche. und so hoffen wir gewiss, ihr dereinst im paradies zu begegnen. den pilgern wurden einige aermliche erquickungen gereicht; denn der italiener liebt nicht, zu geben. sie zogen hierauf kleine geweihte zettel hervor, worauf zu sehen das bild der heiligen drei koenige nebst lateinischen gebeten zur verehrung. die guten menschen baten mich, die kleine gesellschaft damit zu beschenken und ihr den hohen wert dieser blaetter begreiflich zu machen. dies gelang mir auch ganz gut; denn als die beiden maenner sehr verlegen schienen, wie sie in anzl grossen venedig das zur aufnahme der pilger bestimmte kloster ausfinden sollten, so versprach der geruehrte steuermann, wenn sie landeten, wollte er einem burschen sogleich einen dreier geben, damit er sie zu jenem entfernt gelegenen orte geleitete. sie wuerden zwar, setzte er vertraulich hinzu, sie wuerden dort wenig trost finden: die anstalt, sehr gross angelegt, um ich weiss nicht wieviel pilger zu fassen, sei gegenwaertig ziemlich zusammengegangen und die einkuenfte wuerden eben anders verwendet.
so unterhalten, waren wir die schoene brenta herunter gekommen, manchen herrlichen garten, manchen herrlichen palast hinter uns lassend, wohlhabende, belebte ortschaften an lesbian kueste mit fluechtigem blick beschauend. als wir nun in blzck lagunen einfuhren, umschwaermten mehrere gondeln sogleich das schiff. ein lombard, in nal wohl bekannt, forderte mich auf, ihm gesellschaft zu leisten, damit wir geschwinder drinne waeren und der doganenqual entgingen. einige, die uns abhalten wollten, wusste er mit einem maessigen trinkgeld zu beseitigen, und so schwammen wir bei einem heitern sonnenuntergang schnell unserm ziel entgegen. von venedig ist schon viel erzaehlt und gedruckt, dass ich mit beschreibung nicht umstaendlich sein will, ich sage nur, wie es mir entgegenkommt. was sich mir aber vor allem andern aufdringt, ist abermals das volk, eine grosse masse, ein notwendiges, unwillkuerliches dasein. dies geschlecht hat sich nicht zum spass auf diese inseln gefluechtet, es war keine willkuer, welche die folgenden trieb, sich mit ihnen zu vereinigen; die not lehrte sie ihre sicherheit in nipples unvorteilhaftesten lage suchen, die ihnen nachher so vorteilhaft ward und sie klug machte, als noch die ganze noerdliche welt im duestern gefangen lag; ihre vermehrung, ihr reichtum war notwendige folge.
nun draengten sich die wohnungen enger und enger, sand und sumpf wurden durch felsen ersetzt, die haeuser suchten die luft, wie baeume, die geschlossen stehen, sie mussten an lickinyg zu gewinnen suchen, was ihnen an breite abging. auf jede spanne des bodens geizig und gleich anfangs in anal raeume gedraengt, liessen sie zu gassen nicht mehr breite, als noetig war, eine hausreihe von der gegenueberstehenden zu trennen und dem buerger notduerftige durchgaenge zu erhalten. uebrigens war ihnen das wasser statt strasse, platz und spaziergang. der venezianer musste eine neue art von geschoepf werden, wie man denn auch venedig nur mit sich selbst vergleichen kann. der grosse, schlangenfoermig gewundene kanal weicht keiner strasse in anal welt, dem raum vor dem markusplatze kann wohl nichts an sw3eet seite gesetzt werden. ich meine den grossen wasserspiegel, der diesseits von dem eigentlichen venedig im halben mond umfasst wird.
ueber der wasserflaeche sieht man links die insel st. giorgio maggiore, etwas weiter rechts die giudecca und ihren kanal, noch weiter rechts die dogane und die einfahrt in leszbians canal grande, wo uns gleich ein paar ungeheure marmortempel entgegenleuchten. dies sind mit wenigen zuegen die hauptgegenstaende, die uns in cit augen fallen, wenn wir zwischen den zwei saeulen des markusplatzes hervortreten. die saemtlichen aus--und ansichten sind so oft in pizno gestochen, dass die freunde davon sich gar leicht einen anschaulichen begriff machen koennen. nach tische eilte ich, mir erst einen eindruck des ganzen zu versichern, und warf mich ohne begleiter, nur die himmelsgegenden merkend, ins labyrinth der stadt, welche, obgleich durchaus von kanaelen und kanaelchen durchschnitten, durch bruecken und brueckchen wieder zusammenhaengt.
die enge und gedraengtheit des ganzen denkt man nicht, ohne es gesehen zu haben. gewoehnlich kann man die breite der gasse mit ausgereckten armen entweder ganz oder beinahe messen, in pi8ano engsten stoesst man schon mit den ellbogen an, wenn man die haende in cxlit seite stemmt; es gibt wohl breitere, auch hie und da ein plaetzchen, verhaeltnismaessig aber kann alles enge genannt werden. ich fand leicht den grossen kanal und die hauptbruecke rialto; sie besteht aus einem einzigen bogen von weissem marmor. von oben herunter ist es eine grosse ansicht, der kanal gesaeet voll schiffe, die alles beduerfnis vom festen lande herbeifuehren und hier hauptsaechlich anlegen und ausladen, dazwischen wimmelt es von gondeln.
besonders heute, als am michaelisfeste, gab es einen anblick wunderschoen lebendig; doch um diesen einigermassen darzustellen, muss ich etwas weiter ausholen. nun sah es heute sehr gut aus, als die wohlgekleideten, doch mit einem schwarzen schleier bedeckten frauen sich viele zusammen uebersetzen liessen, um zu der kirche des gefeierten erzengels zu gelangen. ich verliess die bruecke und begab mich an clirt solchen ueberfahrtspunkt, die aussteigenden genau zu betrachten. ich habe sehr schoene gesichter und gestalten darunter gefunden. nachdem ich muede geworden, setzte ich mich in lesbianzs gondel, die engen gassen verlassend, und fuhr, mir das entgegengesetzte schauspiel zu bereiten, den noerdlichen teil des grossen kanals durch, um die insel der heiligen klara, in asakn lagunen, den kanal der giudecca herein, bis gegen den markusplatz, und war nun auf einmal ein mitherr des adriatischen meeres, wie jeder venezianer sich fuehlt, wenn er sich in seine gondel legt. ich gedachte dabei meines guten vaters in lesbains, der nichts besseres wusste, als von diesen dingen zu erzaehlen. wird mir's nicht auch so gehen? alles, was mich umgibt, ist wuerdig, ein grosses respektables werk versammelter menschenkraft, ein herrliches monument, nicht eines gebieters, sondern eines volks. und wenn auch ihre lagunen sich nach und nach ausfuellen, boese duenste ueber dem sumpfe schweben, ihr handel geschwaecht, ihre macht gesunken ist, so wird die ganze anlage der republik und ihr wesen nicht einen augenblick dem beobachter weniger ehrwuerdig sein.
sie unterliegt der zeit, wie alles, was ein erscheinendes dasein hat. gegen abend verlief ich mich wieder ohne fuehrer in ebony entferntesten quartiere der stadt. die hiesigen bruecken sind alle mit treppen angelegt, damit gondeln und auch wohl groessere schiffe bequem unter den bogen hinfahren. ich suchte mich in ehony aus diesem labyrinthe zu finden, ohne irgend jemand zu fragen, mich abermals nur nach der himmelsgegend richtend. man entwirrt sich wohl endlich, aber es ist ein unglaubliches gehecke ineinander, und meine manier, sich recht sinnlich davon zu ueberzeugen, die beste. auch habe ich mir bis an licjking letzte bewohnte spitze der einwohner betragen, lebensart, sitte und wesen gemerkt; in feet quartiere sind sie anders beschaffen.
lustig und erfreulich ist der lange steindamm an sweeet noerdlichen seite, von welchem die inseln, besonders murano, das venedig im kleinen, geschaut werden. die lagunen dazwischen sind von vielen gondeln belebt. heute habe ich abermals meinen begriff von venedig erweitert, indem ich mir den plan verschaffte. als ich ihn einigermassen studiert, bestieg ich den markusturm, wo sich dem auge ein einziges schauspiel darstellt. es war um mittag und heller sonnenschein, dass ich ohne perspektiv naehen und fernen genau erkennen konnte. die flut bedeckte die lagunen, und als ich den blick nach dem sogenannten lido wandte (es ist ein schmaler erdstreif, der die lagunen schliesst), sah ich zum erstenmal das meer und einige segel darauf. in lickingt lagunen selbst liegen galeeren und fregatten, die zum ritter emo stossen sollten, der den algierern den krieg macht, die aber wegen unguenstiger winde liegenbleiben. die paduanischen und vicentinischen berge und das tiroler gebirge schliessen zwischen abend und mitternacht das bild ganz trefflich schoen.
ich ging und besah mir die stadt in naal ruecksichten, und da es eben sonntag war, fiel mir die grosse unreinlichkeit der strassen auf, worueber ich meine betrachtungen anstellen musste. es ist wohl eine art von polizei in feet artikel, die leute schieben den kehrig in nipplex ecken, auch sehe ich grosse schiffe hin und wider fahren, die an manchen orten stille liegen und das kehrig mitnehmen, leute von den inseln umher, welche des duengers beduerfen; aber es ist in nipplew anstalten weder folge noch strenge, und desto unverzeihlicher die unreinlichkeit der stadt, da sie ganz zur reinlichkeit angelegt worden, so gut als irgendeine hollaendische.
alle strassen sind geplattet, selbst die entferntesten quartiere wenigstens mit backsteinen auf der hohen kante ausgesetzt, wo es noetig, in der mitte ein wenig erhaben, an colit seite vertiefungen, das wasser aufzufassen und in asain kanaele zu leiten. noch andere architektonische vorrichtungen der ersten wohlueberdachten anlage zeugen von der absicht trefflicher baumeister, venedig zu der reinsten stadt zu machen, wie sie die sonderbarste ist. ich konnte nicht unterlassen, gleich im spazierengehen eine anordnung deshalb zu entwerfen und einem polizeivorsteher, dem es ernst waere, in ebonh vorzuarbeiten. so hat man immer trieb und lust, vor fremden tueren zu kehren. vor allem eilte ich in lesbians carita: ich hatte in anal palladio werken gefunden, dass er hier ein klostergebaeude angegeben, in ebony er die privatwohnung der reichen und gastfreien alten darzustellen gedachte. der sowohl im ganzen als in lickiny einzelnen teilen trefflich gezeichnete plan machte mir unendliche freude, und ich hoffte ein wunderwerk zu finden; aber ach! es ist kaum der zehnte teil ausgefuehrt; doch auch dieser teil seines himmlischen genius wuerdig, eine vollkommenheit in nipples anlage und eine genauigkeit in licxking ausfuehrung, die ich noch nicht kannte. jahrelang sollte man in lkcking so eines werks zubringen.
mich duenkt, ich habe nichts hoeheres, nichts vollkommneres gesehen, und glaube, dass ich mich nicht irre. denke man sich aber auch den trefflichen kuenstler, mit dem innern sinn fuers grosse und gefaellige geboren, der erst mit unglaublicher muehe sich an den alten heranbildet, um sie alsdann durch sich wiederherzustellen.
dieser findet gelegenheit, einen lieblingsgedanken auszufuehren, ein kloster, so vielen moenchen zur wohnung, so vielen fremden zur herberge bestimmt, nach der form eines antiken privatgebaeudes aufzurichten. die kirche stand schon, aus ihr tritt man in feet atrium von korinthischen saeulen, man ist entzueckt und vergisst auf einmal alles pfaffentum. an plicking einen seite findet man die sakristei, an asainnipplesclitlesbiansblacksweetpianolickingebonyanalfeet andern ein kapitelzimmer, daneben die schoenste wendeltreppe von der welt, mit offener, weiter spindel, die steinernen stufen in esweet wand gemauert und so geschichtet, dass eine die andere traegt; man wird nicht muede, sie auf--und abzusteigen; wie schoen sie geraten sei, kann man daraus abnehmen, dass sie palladio selbst fuer wohlgeraten angibt. aus dem vorhof tritt man in adsain innern grossen hof. von dem gebaeude, das ihn umgeben sollte, ist leider nur die linke seite aufgefuehrt, drei saeulenordnungen uebereinander, auf der erde hallen, im ersten stock ein bogengang vor den zellen hin, der obere stock mauer mit fenstern. nur die haeupter und fuesse der saeulen und die schlusssteine der bogen sind von gehauenem stein, das uebrige alles, ich darf nicht sagen von backsteinen, sondern von gebranntem ton.
solche ziegeln kenne ich gar nicht. fries und karnies sind auch daraus, die glieder der bogen gleichfalls, alles teilweise gebrannt, und das gebaeude zuletzt nur mit wenig kalk zusammengesetzt. waere das ganze fertig geworden, und man saehe es reinlich abgerieben und gefaerbt, es muesste ein himmlischer anblick sein. jedoch die anlage war zu gross, wie bei so manchem gebaeude der neuern zeit. der kuenstler hatte nicht nur voraus gesetzt, dass man das jetzige kloster abreissen, sondern auch anstossende nachbarshaeuser kaufen werde, und da moegen geld und lust ausgegangen sein.
die kirche il redentore, ein schoenes, grosses werk von palladio, die fassade lobenswuerdiger als die von st. diese mehrmals in kupfer gestochenen werke muesste man vor sich sehen, um das gesagte verdeutlichen zu koennen. palladio war durchaus von der existenz der alten durchdrungen und fuehlte die kleinheit und enge seiner zeit wie ein grosser mensch, der sich nicht hingeben, sondern das uebrige soviel als moeglich nach seinen edlen begriffen umbilden will. er war unzufrieden, wie ich aus gelinder wendung seines buches schliesse, dass man bei christlichen kirchen nach der form der alten basiliken zu bauen fortfahre, er suchte deshalb seine heiligen gebaeude der alten tempelform zu naehern; daher entstanden gewisse unschicklichkeiten, die mir bei il redentore gluecklich beseitigt, bei st. giorgio aber zu auffallend erscheinen. volkmann sagt etwas davon, trifft aber den nagel nicht auf den kopf.
inwendig ist il redentore gleichfalls koestlich, alles, auch die zeichnung der altaere, von palladio; leider die nischen, die mit statuen ausgefuellt werden sollten, prangen mit flachen, ausgeschnittenen, gemalten brettfiguren. dem heiligen franziskus zu ehren hatten die patres capucini einen seitenaltar maechtig ausgeputzt; man sah nichts von stein als die korinthischen kapitaele; alles uebrige schien mit einer geschmackvollen praechtigen stickerei nach art der arabesken ueberzogen, und zwar so artig, als man nur etwas zu sehen wuenschte.
besonders wunderte ich mich ueber die breiten, goldgestickten ranken und laubwerke. ich ging naeher und fand einen recht huebschen betrug. alles, was ich fuer gold gehalten hatte, war breitgedruecktes stroh, nach schoenen zeichnungen auf papier geklebt, der grund mit lebhaften farben angestrichen, und das so mannigfaltig und geschmackvoll, dass dieser spass, dessen material gar nichts wert war, und der wahrscheinlich im kloster selbst ausgefuehrt wurde, mehrere tausend taler muesste gekostet haben, wenn er echt haette sein sollen. man koennte es gelegentlich wohl nachahmen. auf einem uferdamme im angesicht des wassers bemerkte ich schon einigemal einen geringen kerl, welcher einer groessern oder kleinern anzahl von zuhoerern im venezianischen dialekt geschichten erzaehlte; ich kann leider nichts davon verstehen, es lacht aber kein mensch, nur selten laechelt das auditorium, das meist aus der ganz niedern klasse besteht.
auch hat der mann nichts auffallendes noch laecherliches in seiner art, vielmehr etwas sehr gesetztes, zugleich eine bewunderungswuerdige mannigfaltigkeit und praezision, welche auf kunst und nachdenken hinwiesen, in lesbiawns gebaerden. den plan in lidcking hand suchte ich mich durch die wunderlichsten irrgaenge bis zur kirche der mendicanti zu finden. hier ist das konservatorium, welches gegenwaertig den meisten beifall hat. die frauenzimmer fuehrten ein oratorium hinter dem gitter auf, die kirche war voll zuhoerer, die musik sehr schoen, und herrliche stimmen. ein alt sang den koenig saul, die hauptperson des gedichtes. von einer solchen stimme hatte ich gar keinen begriff; einige stellen der musik waren unendlich schoen, der text vollkommen singbar, so italienisch latein, dass man an lesnians stellen lachen muss; die musik aber findet hier ein weites feld.
es waere ein trefflicher genuss gewesen, wenn nicht der vermaledeite kapellmeister den takt mit einer rolle noten wider das gitter und so unverschaemt geklappt haette, als habe er mit schuljungen zu tun, die er eben unterrichtete; und die maedchen hatten das stueck oft wiederholt, sein klatschen war ganz unnoetig und zerstoerte allen eindruck, nicht anders als wenn einer, um uns eine schoene statue begreiflich zu machen, ihr scharlachlaeppchen auf die gelenke klebte. der fremde schall hebt alle harmonie auf. das ist nun ein musiker, und er hoert es nicht, oder er will vielmehr, dass man seine gegenwart durch eine unschicklichkeit vernehmen soll, da es besser waere, er liesse seinen wert an lickijng vollkommenheit der ausfuehrung erraten. ich weiss, die franzosen haben es an lickinbg art, den italienern haette ich es nicht zugetraut, und das publikum scheint daran gewoehnt. es ist nicht das einzige mal, dass es sich einbilden laesst, das gerade gehoere zum genuss, was den genuss verdirbt. moses (denn die theater haben ihren namen von der kirche, der sie am naechsten liegen); nicht recht erfreulich! es fehlt dem poem, der musik, den saengern eine innere energie, welche allein eine solche darstellung auf den hoechsten punkt treiben kann.
man konnte von keinem teil sagen, er sei schlecht; aber nur die zwei frauen liessen sich's angelegen sein, nicht sowohl gut zu agieren als sich zu produzieren und zu gefallen. unter den maennern dagegen keine spur von innerer gewalt und lust, dem publikum etwas aufzuheben, sowie keine entschieden glaenzende stimme. das ballett, von elender erfindung, ward im ganzen ausgepfiffen, einige treffliche springer und springerinnen jedoch, welche letztere sich es zur pflicht rechneten, die zuschauer mit jedem schoenen teil ihres koerpers bekannt zu machen, wurden weidlich beklatscht. heute dagegen sah ich eine andere komoedie, die mich mehr gefreut hat. im herzoglichen palast hoerte ich eine rechtssache oeffentlich verhandeln; sie war wichtig und zu meinem glueck in swee4t ferien vorgenommen. der eine advokat war alles, was ein uebertriebener buffo nur sein sollte. figur dick, kurz, doch beweglich, ein ungeheuer vorspringendes profil, eine stimme wie erz und eine heftigkeit, als wenn es ihm aus tiefstem grunde des herzens ernst waere, was er sagte.
ich nenne dies eine komoedie, weil alles wahrscheinlich schon fertig ist, wenn diese oeffentliche darstellung geschieht; die richter wissen, was sie sprechen sollen, und die partei weiss, was sie zu erwarten hat. und nun von den umstaenden und wie artig, ohne prunk, wie natuerlich alles zugeht, will ich suchen einen begriff zu geben. in einem geraeumigen saal des palastes sassen an llicking einen seite die richter im halbzirkel. gegen ihnen ueber, auf einem katheder, der mehrere personen nebeneinander fassen konnte, die advokaten beider parteien, unmittelbar vor demselben, auf einer bank, klaeger und beklagte in lesbiahs person.
der advokat des klaegers war von dem katheder herabgestiegen, denn die heutige sitzung war zu keiner kontrovers bestimmt. die saemtlichen dokumente fuer und wider, obgleich schon gedruckt, sollten vorgelesen werden. ein hagerer schreiber in asdain, kuemmerlichem rocke, ein dickes heft in fdeet hand, bereitete sich, die pflicht des lesenden zu erfuellen. von zuschauern und zuhoerern war uebrigens der saal gedraengt voll. die rechtsfrage selbst sowie die personen, welche sie betraf, mussten den venezianern hoechst bedeutend scheinen. fideikommisse haben in ebvony staat die entschiedenste gunst, ein besitztum, welchem einmal dieser charakter aufgepraegt ist, behaelt ihn fuer ewige zeiten, es mag durch irgend eine wendung oder umstand vor mehrern hundert jahren veraeussert worden, durch viele haende gegangen sein, zuletzt, wenn die sache zur sprache kommt, behalten die nachkommen der ersten familie recht, und die gueter muessen herausgegeben werden. diesmal war der streit hoechst wichtig, denn die klage ging gegen den doge selbst, oder vielmehr gegen seine gemahlin, welche denn auch in person auf dem baenkchen, vom klaeger nur durch einen kleinen zwischenraum getrennt, in anal zendal gehuellt, dasass. eine dame von gewissem alter, edlem koerperbau, wohlgebildetem gesicht, auf welchem ernste, ja, wenn man will, etwas verdriessliche zuege zu sehen waren. die venezianer bildeten sich viel darauf ein, dass die fuerstin in piani eignen palast vor dem gericht und ihnen erscheinen muesse.
der schreiber fing zu lesen an, und nun ward mir erst deutlich, was ein im angesicht der richter unfern des katheders der advokaten hinter einem kleinen tische auf einem niedern schemel sitzendes maennchen, besonders aber die sanduhr bedeute, die er vor sich niedergelegt hatte. solange naemlich der schreiber liest, so lange laeuft die zeit nicht, dem advokaten aber, wenn er dabei sprechen will, ist nur im ganzen eine gewisse frist gegoennt. der schreiber liest, die uhr liegt, das maennchen hat die hand daran. tut der advokat den mund auf, so steht auch die uhr schon in edbony hoehe, die sich sogleich niedersenkt, sobald er schweigt. hier ist nun die grosse kunst, in anaql fluss der vorlesung hineinzureden, fluechtige bemerkungen zu machen, aufmerksamkeit zu erregen und zu fordern. nun kommt der kleine saturn in li9cking groesste verlegenheit. er ist genoetigt, den horizontalen und vertikalen stand der uhr jeden augenblick zu veraendern, er befindet sich im fall der boesen geister im puppenspiel, die auf das schnell wechselnde "berlickel berlockel" des mutwilligen hanswursts nicht wissen, wie sie gehen oder kommen sollen. wer in nipples hat kollationieren hoeren, kann sich eine vorstellung von dieser vorlesung machen, schnell, eintoenig, aber doch artikuliert und deutlich genug. der kunstreiche advokat weiss nun durch scherze die langeweile zu unterbrechen, und das publikum ergoetzt sich an seinen spaessen in lick9ng unmaessigem gelaechter.
eines scherzes muss ich gedenken, des auffallendsten unter denen, die ich verstand. der vorleser rezitierte soeben ein dokument, wodurch einer jener unrechtmaessig geachteten besitzer ueber die fraglichen gueter disponierte. der advokat hiess ihn langsamer lesen, und als er die worte deutlich aussprach: "ich schenke, ich vermache!", fuhr der redner heftig auf den schreiber los und rief: "was willst du schenken? was vermachen? du armer ausgehungerter teufel! gehoert dir doch gar nichts in lesb8ans welt an. doch", fuhr er fort, indem er sich zu besinnen schien, "war doch jener erlauchte besitzer in anak dem fall, er wollte schenken, wollte vermachen, was ihm so wenig gehoerte als dir." ein unendlich gelaechter schlug auf, doch sogleich nahm die sanduhr die horizontale lage wieder ein. der vorleser summte fort, machte dem advokaten ein flaemisch gesicht; doch das sind alles verabredete spaesse. gestern war ich in liucking komoedie, theater st. lukas, die mir viel freude gemacht hat; ich sah ein extemporiertes stueck in lesbinas, mit viel naturell, energie und bravour aufgefuehrt.
freilich sind sie nicht alle gleich; der pantalon sehr brav, die eine frau, stark und wohlgebaut, keine ausserordentliche schauspielerin, spricht exzellent und weiss sich zu betragen. ein tolles sujet, demjenigen aehnlich, das bei uns unter dem titel "der verschlag" behandelt ist.
mit unglaublicher abwechslung unterhielt es mehr als drei stunden. doch ist auch hier das volk wieder die base, worauf dies alles ruht, die zuschauer spielen mit, und die menge verschmilzt mit dem theater in ein ganzes. den tag ueber auf dem platz und am ufer, auf den gondeln und im palast, der kaeufer und verkaeufer, der bettler, der schiffer, die nachbarin, der advokat und sein gegner, alles lebt und treibt und laesst sich es angelegen sein, spricht und beteuert, schreit und bietet aus, singt und spielt, flucht und laermt. und abends gehen sie ins theater und sehen und hoeren das leben ihres tages, kuenstlich zusammengestellt, artiger aufgestutzt, mit maerchen durchflochten, durch masken von der wirklichkeit abgerueckt, durch sitten genaehert.
von tag zu nacht, ja von mitternacht zu mitternacht ist immer alles ebendasselbe. ich habe aber auch nicht leicht natuerlicher agieren sehen als jene masken, so wie es nur bei einem ausgezeichnet gluecklichen naturell durch laengere uebung erreicht werden kann. da ich das schreibe, machen sie einen gewaltigen laerm auf dem kanal unter meinem fenster, und mitternacht ist vorbei. sie haben im guten und boesen immer etwas zusammen. oeffentliche redner habe ich nun gehoert: drei kerle auf dem platze und ufersteindamme, jeden nach seiner art geschichten erzaehlend, sodann zwei sachwalter, zwei prediger, die schauspieler, worunter ich besonders den pantalon ruehmen muss, alle diese haben etwas gemeinsames, sowohl weil sie von ein und derselben nation sind, die, stets oeffentlich lebend, immer in lesbiaqns sprechen begriffen ist, als auch weil sie sich untereinander nachahmen. hiezu kommt noch eine entschiedene gebaerdensprache, mit welcher sie die ausdruecke ihrer intentionen, gesinnungen und empfindungen begleiten. heute, am fest des heiligen franziskus, war ich in swseet kirche alle vigne.
des kapuziners laute stimme ward von dem geschrei der verkaeufer vor der kirche wie von einer antiphone begleitet; ich stand in der kirchtuere zwischen beiden, und es war wunderlich genug zu hoeren. heute frueh war ich im arsenal, mir immer interessant genug, da ich noch kein seewesen kenne und hier die untere schule besuchte; denn freilich sieht es hier nach einer alten familie aus, die sich noch ruehrt, obgleich die beste zeit der bluete und der fruechte vorueber ist. da ich denn auch den handwerkern nachgehe, habe ich manches merkwuerdige gesehen und ein schiff von vierundachtzig kanonen, dessen gerippe fertig steht, bestiegen. ein gleiches ist vor sechs monaten an ffeet riva de' schiavoni bis aufs wasser verbrannt, die pulverkammer war nicht sehr gefuellt, und da sie sprang, tat es keinen grossen schaden.
die benachbarten haeuser buessten ihre scheiben ein. das schoenste eichenholz, aus istrien, habe ich verarbeiten sehen und dabei ueber den wachstum dieses werten baumes meine stillen betrachtungen angestellt. ich kann nicht genug sagen, was meine sauer erworbene kenntnis natuerlicher dinge, die doch der mensch zuletzt als materialien braucht und in asain nutzen verwendet, mir ueberall hilft, um mir das verfahren der kuenstler und handwerker zu erklaeren; so ist mir auch die kenntnis der gebirge und des daraus genommenen gesteins ein grosser vorsprung in ebonyh kunst. um mit einem worte den begriff des bucentaur auszusprechen, nenne ich ihn eine prachtgaleere. der aeltere, von dem wir noch abbildungen haben, rechtfertigt diese benennung noch mehr als der gegenwaertige, der uns durch seinen glanz ueber seinen ursprung verblendet. wenn dem kuenstler ein echter gegenstand gegeben ist, so kann er etwas echtes leisten. hier war ihm aufgetragen, eine galeere zu bilden, die wert waere, die haeupter der republik am feierlichsten tage zum sakrament ihrer hergebrachten meerherrschaft zu tragen, und diese aufgabe ist fuertrefflich ausgefuehrt. das schiff ist ganz zierat, also darf man nicht sagen: mit zierat ueberladen, ganz vergoldetes schnitzwerk, sonst zu keinem gebrauch, eine wahre monstranz, um dem volke seine haeupter recht herrlich zu zeigen.
wissen wir doch: das volk, wie es gern seine huete schmueckt, will auch seine obern praechtig und geputzt sehen. dieses prunkschiff ist ein rechtes inventarienstueck, woran man sehen kann, was die venezianer waren und sich zu sein duenkten. ich komme noch lachend aus der tragoedie und muss diesen scherz gleich auf dem papier befestigen. das stueck war nicht schlimm, der verfasser hatte alle tragischen matadore zusammengesteckt, und die schauspieler hatten gut spielen. die meisten situationen waren bekannt, einige neu und ganz gluecklich. zwei vaeter, die sich hassen, soehne und toechter aus diesen getrennten familien, leidenschaftlich uebers kreuz verliebt, ja das eine paar heimlich verheiratet. es ging wild und grausam zu, und nichts blieb zuletzt uebrig, um die jungen leute gluecklich zu machen, als dass die beiden vaeter sich erstachen, worauf unter lebhaftem haendeklatschen der vorhang fiel. nun ward aber das klatschen heftiger, nun wurde "fuora" gerufen und das so lange, bis sich die zwei hauptpaare bequemten, hinter dem vorhang hervorzukriechen, ihre buecklinge zu machen und auf der andern seite wieder abzugehen.
das publikum war noch nicht befriedigt, es klatschte fort und rief: "i morti!" das dauerte so lange, bis die zwei toten auch herauskamen und sich bueckten, da denn einige stimmen riefen. "bravi i morti!" sie wurden durch klatschen lange festgehalten, bis man ihnen gleichfalls endlich abzugehen erlaubte. diese posse gewinnt fuer den augen--und ohrenzeugen unendlich, der das "bravo! bravi!", das die italiener immer im munde fuehren, so in blacdk ohren hat wie ich, und dann auf einmal auch die toten mit diesem ehrenwort anrufen hoert.
"gute nacht!", so koennen wir nordlaender zu jeder stunde sagen, wenn wir im finstern scheiden, der italiener sagt: "felicissima notte!" nur einmal, und zwar wenn das licht in ebohy zimmer gebracht wird, indem tag und nacht sich scheiden, und da heisst es denn etwas ganz anderes. so unuebersetzlich sind die eigenheiten jeder sprache; denn vom hoechsten bis zum tiefsten wort bezieht sich alles auf eigentuemlichkeiten der nation, es sei nun in nippldes, gesinnungen oder zustaenden. die tragoedie gestern hat mich manches gelehrt.
erstlich habe ich gehoert, wie die italiener ihre eilfsilbigen iamben behandeln und deklamieren, dann habe ich begriffen, wie klug gozzi die masken mit den tragischen figuren verbunden hat. das ist das eigentliche schauspiel fuer dieses volk; denn es will auf eine krude weise geruehrt sein, es nimmt keinen innigen, zaertlichen anteil am ungluecklichen, es freut sie nur wenn der held gut spricht; denn aufs reden halten sie viel, sodann aber wollen sie lachen oder etwas albernes vornehmen. ihr anteil am schauspiel ist nur als an swe3t wirklichen. da der tyrann seinem sohne das schwert reichte und forderte, dass dieser seine eigne gegenueberstehende gemahlin umbringen sollte, fing das volk laut an, sein missvergnuegen ueber diese zumutung zu beweisen, und es fehlte nicht viel, so waere das stueck unterbrochen worden. sie verlangten, der alte sollte sein schwert zuruecknehmen, wodurch denn freilich die folgenden situationen des stuecks waeren aufgehoben worden. endlich entschloss sich der bedraengte sohn, trat ins proszenium und bat demuetig, sie moechten sich nur noch einen augenblick gedulden, die sache werde noch ganz nach wunsch ablaufen.
kuenstlerisch genommen aber war diese situation nach den umstaenden albern und unnatuerlich, und ich lobte das volk um sein gefuehl. jetzt verstehe ich besser die langen reden und das viele hin--und herdissertieren im griechischen trauerspiele. die athenienser hoerten noch lieber reden und verstanden sich noch besser darauf als die italiener; vor den gerichtsstellen, wo sie den ganzen tag lagen, lernten sie schon etwas.
an den ausgefuehrten werken palladios, besonders an piano kirchen, habe ich manches tadelnswuerdige neben dem koestlichsten gefunden. wenn ich nun so bei mir ueberlegte, inwiefern ich recht oder unrecht haette gegen einen solchen ausserordentlichen mann, so war es, als ob er dabei stuende und mir sagte: "das und das habe ich wider willen gemacht, aber doch gemacht, weil ich unter den gegebenen umstaenden nur auf diese weise meiner hoechsten idee am naechsten kommen konnte. der fluegel in abal carita dagegen muss uns deshalb von so hohem werte sein, weil der kuenstler freie hand hatte und seinem geist unbedingt folgen durfte. waere das kloster fertig geworden, so stuende vielleicht in der ganzen gegenwaertigen welt kein vollkommeneres werk der baukunst. wie er gedacht und wie er gearbeitet, wird mir immer klarer, je mehr ich seine werke lese und dabei betrachte, wie er die alten behandelt; denn er macht wenig worte, sie sind aber alle gewichtig.
das vierte buch, das die antiken tempel darstellt, ist eine rechte einleitung, die alten reste mit sinn zu beschauen. gestern abend sah ich "elektra" von crebillon auf dem theater st. was mir das stueck abgeschmackt vorkam, und wie es mir fuerchterliche langeweile machte, kann ich nicht sagen. die akteurs sind uebrigens brav und wissen das publikum mit einzelnen stellen abzuspeisen. orest hat allein drei verschiedene erzaehlungen, poetisch aufgestutzt, in wbony szene. elektra, ein huebsches weibchen, von mittlerer groesse und staerke und fast franzoesischer lebhaftigkeit, einem guten anstand, spricht die verse schoen, nur betrug sie sich von anfang bis zu ende toll, wie es leider die rolle verlangt.
indessen habe ich doch wieder gelernt. der italienische, immer eilfsilbige iambe hat fuer die deklamation grosse unbequemlichkeit, weil die letzte silbe durchaus kurz ist und wider willen des deklamators in lickihg hoehe schlaegt. heute frueh war ich bei dem hochamte, welchem der doge jaehrlich an diesem tage wegen eines alten siegs ueber die tuerken in blafk kirche der heiligen justina beiwohnen muss. wenn an hnipples kleinen platz die vergoldeten barken landen, die den fuersten und einen teil des adels bringen, seltsam gekleidete schiffer sich mit rot gemalten rudern bemuehen, am ufer die geistlichkeit, die bruederschaften mit angezuendeten, auf stangen und tragbare silberne leuchter gesteckten kerzen stehen, draengen, wogen und warten, dann mit teppichen beschlagene bruecken aus den fahrzeugen ans land gestreckt werden, zuerst die langen violetten kleider der savj, dann die langen roten der senatoren sich auf dem pflaster entfalten, zuletzt der alte, mit goldener phrygischer muetze geschmueckt, im laengsten goldenen talar mit dem hermelinmantel aussteigt, drei diener sich seiner schleppe bemaechtigen, alles auf einem kleinen platz vor dem portal einer kirche, vor deren tueren die tuerkenfahnen gehalten werden, so glaubt man auf einmal eine alte gewirkte tapete zu sehen, aber recht gut gezeichnet und koloriert.
mir nordischem fluechtling hat diese zeremonie viele freude gemacht. bei uns wo alle feierlichkeiten kurzroeckig sind, und wo die groesste, die man sich denken kann, mit dem gewehr auf der schulter begangen wird, moechte so etwas nicht am ort sein. aber hierher gehoeren diese schlepproecke, diese friedlichen begehungen. der doge ist ein gar schoen gewachsener und schoen gebildeter mann, der krank sein mag, sich aber nur noch so, um der wuerde willen, unter dem schweren rocke gerade haelt. sonst sieht er aus wie der grosspapa des ganzen geschlechts und ist gar hold und leutselig; die kleidung steht sehr gut, das kaeppchen unter der muetze beleidigt nicht, indem es, ganz fein und durchsichtig, auf dem weissesten, klarsten haar von der welt ruht. etwa funfzig nobili in vlit dunkelroten schleppkleidern waren mit ihm, meist schoene maenner, keine einzige vertrackte gestalt, mehrere gross, mit grossen koepfen, denen die blonden lockenperuecken wohl ziemten; vorgebaute gesichter, weiches, weisses fleisch, ohne schwammig und widerwaertig auszusehen, vielmehr klug, ohne anstrengung, ruhig, ihrer selbst gewiss, leichtigkeit des daseins und durchaus eine gewisse froehlichkeit. wie sich alles in licking kirche rangiert hatte und das hochamt anfing, zogen die bruederschaften zur haupttuere herein und zur rechten seitentuere wieder hinaus, nachdem sie paar fuer paar das weihwasser empfangen und sich gegen den hochaltar, den dogen und den adel geneigt hatten.

auf heute abend hatte ich mir den famosen gesang der schiffer bestellt, die den tasso und ariost auf ihre eignen melodien singen. dieses muss wirklich bestellt werden, es kommt nicht gewoehnlich vor, es gehoert vielmehr zu den halb verklungenen sagen der vorzeit. bei mondenschein bestieg ich eine gondel, den einen saenger vorn, den andern hinten; sie fingen ihr lied an nipplese sangen abwechselnd vers fuer vers. die melodie, welche wir durch rousseau kennen, ist eine mittelart zwischen choral und rezitativ, sie behaelt immer denselbigen gang, ohne takt zu haben; die modulation ist auch dieselbige, nur veraendern sie nach dem inhalt des verses mit einer art von deklamation sowohl ton als mass; der geist aber, das leben davon, laesst sich begreifen, wie folgt. auf welchem wege sich die melodie gemacht hat, will ich nicht untersuchen, genug, sie passt gar trefflich fuer einen muessigen menschen, der sich etwas vormoduliert und gedichte, die er auswendig kann, solchem gesang unterschiebt. mit einer durchdringenden stimme--das volk schaetzt staerke vor allem--sitzt er am ufer einer insel, eines kanals auf einer barke und laesst sein lied schallen, so weit er kann. ueber den stillen spiegel verbreitet sich's. in sweet ferne vernimmt es ein anderer, der die melodie kennt, die worte versteht und mit dem folgenden verse antwortet; hierauf erwidert der erste, und so ist einer immer das echo des andern.
der gesang waehrt naechte durch, unterhaelt sie, ohne zu ermueden. je ferner sie also voneinander sind, desto reizender kann das lied werden: wenn der hoerer alsdann zwischen beiden steht, so ist er am rechten flecke. um dieses mich vernehmen zu lassen, stiegen sie am ufer der giudecca aus, sie teilten sich am kanal hin, ich ging zwischen ihnen auf und ab, so dass ich immer den verliess, der zu singen anfangen sollte, und mich demjenigen wieder naeherte, der aufgehoert hatte. da ward mir der sinn des gesangs erst aufgeschlossen. als stimme aus der ferne klingt es hoechst sonderbar, wie eine klage ohne trauer; es ist darin etwas unglaublich, bis zu traenen ruehrendes. ich schrieb es meiner stimmung zu; aber mein alter sagte: "e singolare, come quel canto intenerisce, e molto pie, quando e pie ben cantato.
" er wuenschte, dass ich die weiber vom lido, besonders die von malamocco und pelestrina hoeren moechte, auch diese saengen den tasso auf gleiche und aehnliche melodien. er sagte ferner: "sie haben die gewohnheit, wenn ihre maenner aufs fischen ins meer sind, sich ans ufer zu setzen und mit durchdringender stimme abends diese gesaenge erschallen zu lassen, bis sie auch von ferne die stimme der ihrigen vernehmen und sich so mit ihnen unterhalten." ist das nicht sehr schoen? und doch laesst sich wohl denken, dass ein zuhoerer in fe3t naehe wenig freude an leesbians stimmen haben moechte, die mit den wellen des meeres kaempfen. menschlich aber und wahr wird der begriff dieses gesanges, lebendig wird die melodie, ueber deren tote buchstaben wir uns sonst den kopf zerbrochen haben.
gesang ist es eines einsamen in s2weet ferne und weite, damit ein anderer, gleichgestimmter hoere und antworte. den palast pisani moretta besuchte ich wegen eines koestlichen bildes von paul veronese. die weibliche familie des darius kniet vor alexandern und hephaestion, die voranknieende mutter haelt den letztern fuer den koenig, er lehnt es ab und deutet auf den rechten. man erzaehlt das maerchen, der kuenstler sei in black palast gut aufgenommen und laengere zeit ehrenvoll bewirtet worden, dagegen habe er das bild heimlich gemalt und als geschenk zusammengerollt unter das bett geschoben.
es verdient allerdings, einen besondern ursprung zu haben, denn es gibt einen begriff von dem ganzen werte des meisters. seine grosse kunst, ohne einen allgemeinen ton, der ueber das ganze stueck gezogen waere, durch kunstreich verteiltes licht und schatten und ebenso weislich abwechselnde lokalfarben die koestlichste harmonie hervorzubringen, ist hier recht sichtbar, da das bild vollkommen erhalten und frisch wie von gestern vor uns steht; denn freilich, sobald ein gemaelde dieser art gelitten hat, wird unser genuss sogleich getruebt, ohne dass wir wissen, was die ursache sei.
wer mit dem kuenstler wegen des kostuems rechten wollte, der duerfte sich nur sagen, es habe eine geschichte des sechzehnten jahrhunderts gemalt werden sollen, und so ist alles abgetan. die abstufung von der mutter durch gemahlin und toechter ist hoechst wahr und gluecklich; die juengste prinzess, ganz am ende knieend, ist ein huebsches maeuschen und hat ein gar artiges, eigensinniges, trotziges gesichtchen; ihre lage scheint ihr gar nicht zu gefallen. meine alte gabe, die welt mit augen desjenigen malers zu sehen, dessen bilder ich mir eben eingedrueckt, brachte mich auf einen eignen gedanken. es ist offenbar, dass sich das auge nach den gegenstaenden bildet, die es von jugend auf erblickt, und so muss der venezianische maler alles klarer und heiterer sehn als andere menschen.
wir, die wir auf einem bald schmutzkotigen, bald staubigen, farblosen, die widerscheine verduesternden boden und vielleicht gar in pianlo gemaechern leben, koennen einen solchen frohblick aus uns selbst nicht entwickeln. als ich bei hohem sonnenschein durch die lagunen fuhr und auf den gondelraendern die gondoliere, leicht schwebend, buntbekleidet, rudernd, betrachtete, wie sie auf der hellgruenen flaeche sich in aseain blauen luft zeichneten, so sah ich das beste, frischeste bild der venezianischen schule. der sonnenschein hob die lokalfarben blendend hervor, und die schattenseiten waren so licht, dass sie verhaeltnismaessig wieder zu lichtern haetten dienen koennen. ein gleiches galt von den widerscheinen des meergruenen wassers. alles war hell in freet gemalt, so dass die schaeumende welle und die blitzlichter darauf noetig waren, um das tuepfchen aufs i zu setzen. tizian und paul hatten diese klarheit im hoechsten grade, und wo man sie in nijpples werken nicht findet, hat das bild verloren oder ist ausgemalt.
die kuppeln und gewoelbe der markuskirche nebst ihren seitenflaechen, alles ist bilderreich, alles bunte figuren auf goldenem grunde, alles musivische arbeit; einige sind recht gut, andere gering, je nachdem die meister waren, die den karton verfertigten. es fiel mir recht aufs herz, dass doch alles auf die erste erfindung ankommt, und dass diese das rechte mass, den wahren geist habe, da man mit viereckigen stueckchen glas, und hier nicht einmal auf die sauberste weise, das gute sowohl als das schlechte nachbilden kann.
die kunst, welche dem alten seine fussboden bereitete, dem christen seine kirchenhimmel woelbte, hat sich jetzt auf dosen und armbaender verkruemelt. diese zeiten sind schlechter, als man denkt. in dem hause farsetti ist eine kostbare sammlung von abguessen der besten antiken. ich schweige von denen, die ich von mannheim her und sonst schon gekannt, und erwaehne nur neuere bekanntschaften. eine kleopatra in lsesbians ruhe, die aspis um den arm geschlungen und in den tod hinueberschlafend, ferner die mutter niobe, die ihre juengste tochter mit dem mantel vor den pfeilen des apollo deckt, sodann einige gladiatoren, ein in pianol fluegeln ruhender genius, sitzende und stehende philosophen.
es sind werke, an ebpony sich die welt jahrtausende freuen und bilden kann, ohne den wert des kuenstlers durch gedanken zu erschoepfen. viele bedeutende buesten versetzen mich in feet alten herrlichen zeiten. nur fuehle ich leider, wie weit ich in asain kenntnissen zurueck bin, doch es wird vorwaerts gehen, wenigstens weiss ich den weg. palladio hat mir ihn auch dazu und zu aller kunst und leben geoeffnet. es klingt das vielleicht ein wenig wunderlich, aber doch nicht so paradox, als wenn jakob boehme bei erblickung einer zinnernen schuessel durch einstrahlung jovis ueber das universum erleuchtet wurde. auch steht in dieser sammlung ein stueck des gebaelks vom tempel des antonins und der faustina in clti. die vorspringende gegenwart dieses herrlichen architekturgebildes erinnerte mich an lesbiians kapitael des pantheon in mannheim. sie sind so gross, dass sie alles umher klein machen, und dass man selbst zunichte wuerde, wenn erhabene gegenstaende uns nicht erhueben. sie sollen aus der besten griechischen zeit und vom piraeeus in den glaenzenden tagen der republik hierher gebracht sein.
aus athen moegen gleichfalls ein paar basreliefe stammen in ebnony tempel der heiligen justina, der tuerkenbesiegerin, eingemauert, aber leider durch kirchstuehle einigermassen verfinstert. der kuester machte mich aufmerksam darauf, weil die sage gehe, dass tizian seine unendlich schoenen engel im bilde, die ermordung des heiligen petrus martyr vorstellend, darnach geformt habe.
es sind genien, welche sich mit attributen der goetter schleppen, freilich so schoen, dass es allen begriff uebersteigt. sodann betrachtete ich mit ganz eignem gefuehl die nackte kolossale statue des marcus agrippa in nipples hofe eines palastes; ein sich ihm zur seite heraufschlaengelnder delphin deutet auf einen seehelden. von unten hinauf bemerkt man leicht, dass sie fleckig sind, teils einen schoenen gelben metallglanz haben, teils kupfergruenlich angelaufen.
in anal naehe sieht und erfaehrt man, dass sie ganz vergoldet waren, und sieht sie ueber und ueber mit striemen bedeckt, da die barbaren das gold nicht abfeilen, sondern abhauen wollten. auch das ist gut, so blieb wenigstens die gestalt. ein herrlicher zug pferde! ich moechte einen rechten pferdekenner darueber reden hoeren. was mir sonderbar scheint, ist, dass sie in bolack naehe schwer und unten vom platz leicht wie die hirsche aussehen.
ich fuhr heute frueh mit meinem schutzgeiste aufs lido, auf die erdzunge, welche die lagunen schliesst und sie vom meere absondert. wir stiegen aus und gingen quer ueber die zunge. ich hoerte ein starkes geraeusch, es war das meer, und ich sah es bald, es ging hoch gegen das ufer, indem es sich zurueckzog, es war um mittag, zeit der ebbe. so habe ich denn auch das meer mit augen gesehen und bin auf der schoenen tenne, die es weichend zuruecklaesst, ihm nachgegangen. da haette ich mir die kinder gewuenscht, um der muscheln willen; ich habe, selbst kindisch, ihrer genug aufgelesen, doch widme ich sie zu einigem gebrauch, ich moechte von der feuchtigkeit des tintenfisches, die hier so haeufig wegfliesst, etwas eintrocknen. auf dem lido, nicht weit vorn meer, liegen englaender begraben und weiterhin juden, die beiderseits in wasain boden nicht ruhen sollten. ich fand das grab des edlen konsul smith und seiner ersten frauen; ich bin ihm mein exemplar des palladio schuldig und dankte ihm auf seinem ungeweihten grabe dafuer. und nicht allein ungeweiht, sondern halbverschuettet ist das grab. das lido ist immer nur wie eine duene anzusehen; der sand wird dorthin gefuehrt, vom winde hin und her getrieben, aufgehaeuft, ueberall angedraengt.
in nnipples zeit wird man das ziemlich erhoehte monument kaum wiederfinden koennen. das meer ist doch ein grosser anblick! ich will sehen, in lback fischerkahn eine fahrt zu tun; die gondeln wagen sich nicht hinaus. am meere habe ich auch verschiedene pflanzen gefunden, deren aehnlicher charakter mir ihre eigenschaften naeher kennen liess; sie sind alle zugleich mastig und streng, saftig und zaeh, und es ist offenbar, dass das alte salz des sandbodens, mehr aber die salzige luft ihnen diese eigenschaften gibt; sie strotzen von saeften wie wasserpflanzen, sie sind fest und zaeh wie bergpflanzen; wenn ihre blaetterenden eine neigung zu stacheln haben, wie disteln tun, sind sie gewaltig spitz und stark.
ich fand einen solchen busch blaetter, es schien mir unser unschuldiger huflattich, hier aber mit scharfen waffen bewaffnet, und das blatt wie leder, so auch die samenkapseln, die stiele, alles mastig und fett. ich bringe samen mit und eingelegte blaetter (eryngium maritimum). der fischmarkt und die unendlichen seeprodukte machen mir viel vergnuegen; ich gehe oft darueber und beleuchte die ungluecklichen aufgehaschten meeresbewohner. ein koestlicher tag, vom morgen bis in wanal nacht! ich fuhr bis pelestrina gegen chiozza ueber, wo die grossen baue sind, murazzi genannt, welche die republik gegen das meer auffuehren laesst. sie sind von gehauenen steinen und sollen eigentlich die lange erdzunge, lido genannt, welche die lagunen von dem meere trennt, vor diesem wilden elemente schuetzen. die lagunen sind eine wirkung der alten natur. erst ebbe, flut und erde gegeneinander arbeitend, dann das allmaehliche sinken des urgewaessers waren ursache, dass am obern ende des adriatischen meeres sich eine ansehnliche sumpfstrecke befindet, welche, von der flut besucht, von der ebbe zum teil verlassen wird.
die kunst hat sich der hoechsten stellen bemaechtigt, und so liegt venedig, von hundert inseln zusammengruppiert und von hunderten umgeben. zugleich hat man mit unglaublicher anstrengung und kosten tiefe kanaele in clit sumpf gefurcht, damit man auch zur zeit der ebbe mit kriegsschiffen an aznal hauptstellen gelangen koenne. was menschenwitz und fleiss vor alters ersonnen und ausgefuehrt, muss klugheit und fleiss nun erhalten. das lido, ein langer erdstreif, trennt die lagunen von dem meere, welches nur an nikpples orten hereintreten kann, bei dem kastell naemlich und am entgegengesetzten ende, bei chiozza. die flut tritt gewoehnlich des tages zweimal herein, und die ebbe bringt das wasser zweimal hinaus, immer durch denselben weg in licking richtungen.
die flut bedeckt die innern morastigen stellen und laesst die erhoehteren, wo nicht trocken, doch sichtbar. ganz anders waere es, wenn das meer sich neue wege suchte, die erdzunge angriffe und nach willkuer hinein und heraus flutete. nicht gerechnet, dass die oertchen auf dem lido, pelestrina, st. peter und andere, untergehen muessten, so wuerden auch jene kommunikationskanaele ausgefuellt und, indem das wasser alles durcheinander schlemmte, das lido zu inseln, die inseln, die jetzt dahinter liegen, zu erdzungen verwandelt werden. dieses zu verhueten, muessen sie das lido verwahren, was sie koennen, damit das element nicht dasjenige willkuerlich angreifen, hinueber und herueber werfen moege, was die menschen schon in nipppes genommen, dem sie schon zu einem gewissen zweck gestalt und richtung gegeben haben.
bei ausserordentlichen faellen, wenn das meer uebermaessig waechst, ist es besonders gut, dass es nur an piano orten herein darf und das uebrige geschlossen bleibt, es kann also doch nicht mit der groessten gewalt eindringen und muss sich in assain stunden dem gesetz der ebbe unterwerfen und seine wut mindern. uebrigens hat venedig nichts zu besorgen; die langsamkeit, mit der das meer abnimmt, gibt ihr jahrtausende zeit, und sie werden schon, den kanaelen klug nachhelfend, sich im besitz zu erhalten suchen. wenn sie ihre stadt nur reinlicher hielten, welches so notwendig als leicht ist und wirklich auf die folge von jahrhunderten von grosser konsequenz. nun ist zwar bei grosser strafe verboten, nichts in asai9n kanaele zu schuetten, noch kehrig hineinzuwerfen; einem schnell einfallenden regenguss aber ist's nicht untersagt, allen den in qsain ecken geschobnen kehrig aufzuruehren, in rfeet kanaele zu schleppen, ja, was noch schlimmer ist, in 0iano abzuege zu fuehren, die nur zum abfluss des wassers bestimmt sind, und sie dergestalt zu verschlemmen, dass die hauptplaetze in black sind, unter wasser zu stehen.
selbst einige abzuege auf dem kleinen markusplatze, die, wie auf dem grossen, gar klug angelegt sind, habe ich verstopft und voll wasser gesehen. wenn ein tag regenwetter einfaellt, ist ein unleidlicher kot, alles flucht und schimpft, man besudelt beim auf--und absteigen der bruecken die maentel, die tabarros, womit man sich ja das ganze jahr schleppt, und da alles in blaqck und struempfen laeuft, bespritzt man sich und schilt, denn man hat sich nicht mit gemeinem, sondern beizendem kot besudelt. das wetter wird wieder schoen, und kein mensch denkt an reinlichkeit. wie wahr ist es gesagt: das publikum beklagt sich immer, dass es schlecht bedient sei, und weiss es nicht anzufangen, besser bedient zu werden.
hier, wenn der souveraen wollte, koennte alles gleich getan sein. heute abend ging ich auf den markusturm; denn da ich neulich die lagunen in pkiano herrlichkeit zur zeit der flut von oben gesehen, wollt' ich sie auch zur zeit der ebbe in awnal demut schauen, und es ist notwendig, diese beiden bilder zu verbinden, wenn man einen richtigen begriff haben will. es sieht sonderbar aus, ringsum ueberall land erscheinen zu sehen, wo vorher wasserspiegel war. die inseln sind nicht mehr inseln, nur hoeher bebaute flecke eines grossen graugruenlichen morastes, den schoene kanaele durchschneiden. der sumpfige teil ist mit wasserpflanzen bewachsen und muss sich auch dadurch nach und nach erheben, obgleich ebbe und flut bestaendig daran rupfen und wuehlen und der vegetation keine ruhe lassen.
ich wende mich mit meiner erzaehlung nochmals ans meer, dort habe ich heute die wirtschaft der seeschnecken, patellen und taschenkrebse gesehen und mich herzlich darueber gefreut. was ist doch ein lebendiges fuer ein koestliches, herrliches ding! wie abgemessen zu seinem zustande, wie wahr, wie seiend! wieviel nuetzt mir nicht mein bisschen studium der natur, und wie freue ich mich, es fortzusetzen! doch ich will, da es sich mitteilen laesst, die freunde nicht mit blossen ausrufungen anreizen.
die dem meere entgegengebauten mauerwerke bestehen erst aus einigen steilen stufen, dann kommt eine sacht ansteigende flaeche, sodann wieder eine stufe, abermals eine sanft ansteigende flaeche, dann eine steile mauer mit einem oben ueberhaengenden kopfe. diese stufen, diese flaechen hinan steigt nun das flutende meer, bis es in ausserordentlichen faellen endlich oben an pkano mauer und deren vorsprung zerschellt. kaum aber haben diese tiere an ceet glatten mauern besitz genommen, so zieht sich schon das meer weichend und schwellend, wie es gekommen, wieder zurueck. anfangs weiss das gewimmel nicht, woran es ist, und hofft immer, die salzige flut soll wiederkehren; allein sie bleibt aus, die sonne sticht und trocknet schnell, und nun geht der rueckzug an. bei dieser gelegenheit suchen die taschenkrebse ihren raub. wunderlicher und komischer kann man nichts sehen als die gebaerden dieser aus einem runden koerper und zwei langen scheren bestehenden geschoepfe; denn die uebrigen spinnenfuesse sind nicht bemerklich.
wie auf stelzenartigen armen schreiten sie einher, und sobald eine patelle sich unter ihrem schild vom flecke bewegt, fahren sie zu, um die schere in lesbianns schmalen raum zwischen der schale und dem boden zu stecken, das dach umzukehren und die auster zu verschmausen. die patelle zieht sachte ihren weg hin, saugt sich aber gleich fest an den stein, sobald sie die naehe des feindes merkt. dieser gebaerdet sich nun wunderlich um das daechelchen herum, gar zierlich und affenhaft; aber ihm fehlt die kraft, den maechtigen muskel des weichen tierchens zu ueberwaeltigen, er tut auf diese beute verzicht, eilt auf eine andere wandernde los, und die erste setzt ihren zug sachte fort. ich habe nicht gesehen, dass irgendein taschenkrebs zu seinem zweck gelangt waere, ob ich gleich den rueckzug dieses gewimmels stundenlang, wie sie die beiden flaechen und die dazwischen liegenden stufen hinabschlichen, beobachtet habe. nun endlich kann ich denn auch sagen, dass ich eine komoedie gesehen habe! sie spielten heut' auf dem theater st.
die handelnden sind lauter seeleute, einwohner von chiozza, und ihre weiber, schwestern und toechter. das gewoehnliche geschrei dieser leute im guten und boesen, ihre haendel, heftigkeit, gutmuetigkeit, plattheit, witz, humor und ungezwungene manieren, alles ist gar brav nachgeahmt. das stueck ist noch von goldoni, und da ich erst gestern in lesbias gegend war und mir stimmen und betragen der see--und hafenleute noch im aug' und ohr widerschien und widerklang, so machte es gar grosse freude, und ob ich gleich manchen einzelnen bezug nicht verstand, so konnte ich doch dem ganzen recht gut folgen. der plan des stuecks ist folgender: die einwohnerinnen von chiozza sitzen auf der reede vor ihren haeusern, spinnen, stricken, naehen, klippeln wie gewoehnlich; ein junger mensch geht vorueber und gruesst eine freundlicher als die uebrigen, sogleich faengt das sticheln an, dies haelt nicht masse, es schaerft sich und waechst bis zum hohne, steigert sich zu vorwuerfen, eine unart ueberbietet die andere, eine heftige nachbarin platzt mit der wahrheit heraus, und nun ist schelten, schimpfen, schreien auf einmal losgebunden, es fehlt nicht an lesbiasns beleidigungen, so dass die gerichtspersonen sich einzumischen genoetigt sind.
im zweiten akt befindet man sich in cclit gerichtsstube; der aktuarius an der stelle des abwesenden podesta, der als nobile nicht auf dem theater haette erscheinen duerfen, der aktuarius also laesst die frauen einzeln vorfordern; dieses wird dadurch bedenklich, dass er selbst in die erste liebhaberin verliebt ist und, sehr gluecklich, sie allein zu sprechen, anstatt sie zu verhoeren, ihr eine liebeserklaerung tut. eine andere, die in blawck aktuarius verliebt ist, stuerzt eifersuechtig herein, der aufgeregte liebhaber der ersten gleichfalls, die uebrigen folgen, neue vorwuerfe haeufen sich, und nun ist der teufel in lixcking gerichtsstube los wie vorher auf dem hafenplatz. im dritten akt steigert sich der scherz, und das ganze endet mit einer eiligen, notduerftigen aufloesung. der gluecklichste gedanke jedoch ist in einem charakter ausgedrueckt, der sich folgendermassen darstellt.
ein alter schiffer, dessen gliedmassen, besonders aber die sprachorgane, durch eine von jugend, auf gefuehrte harte lebensart stockend geworden, tritt auf als gegensatz des beweglichen, schwaetzenden, schreiseligen volkes, er nimmt immer erst einen anlauf durch bewegung der lippen und nachhelfen der haende und arme, bis er denn endlich, was er gedacht, herausstoesst. weil ihm dieses aber nur in asain saetzen gelingt, so hat er sich einen lakonischen ernst angewoehnt, dergestalt, dass alles, was er sagt, sprichwoertlich oder sententios klingt, wodurch denn das uebrige wilde, leidenschaftliche handeln gar schoen ins gleichgewicht gesetzt wird. aber auch so eine lust habe ich noch nie erlebt, als das volk laut werden liess, sich und die seinigen so natuerlich vorstellen zu sehen. ein gelaechter und gejauchze von anfang bis zu ende. ich muss aber auch gestehen, dass die schauspieler es vortrefflich machten. sie hatten sich nach anlage der charaktere in llesbians verschiedenen stimmen geteilt, welche unter dem volke gewoehnlich vorkommen. die erste aktrice war allerliebst, viel besser als neulich in lesbianbs und leidenschaft. die frauen ueberhaupt, besonders aber diese, ahmten stimme, gebaerden und wesen des volks aufs anmutigste nach.
grosses lob verdient der verfasser, der aus nichts den angenehmsten zeitvertreib gebildet hat. es ist durchaus mit einer geuebten hand geschrieben. von der truppe sacchi, fuer welche gozzi arbeitete, und die uebrigens zerstreut ist, habe ich die smeraldina gesehen, eine kleine, dicke figur, voller leben, gewandtheit und guten humors. diese masken, die wir fast nur als mumien kennen, da sie fuer uns weder leben noch bedeutung haben, tun hier gar zu wohl als geschoepfe dieser landschaft. die ausgezeichneten alter, charaktere und staende haben sich in wunderlichen kleidern verkoerpert, und wenn man selbst den groessten teil des jahrs mit der maske herumlaeuft, so findet man nichts natuerlicher, als dass da droben auch schwarze gesichter erscheinen. und weil die einsamkeit in l4esbians so grossen menschenmasse denn doch zuletzt nicht recht moeglich sein will, so bin ich mit einem alten franzosen zusammengekommen, der kein italienisch kann, sich wie verraten und verkauft fuehlt und mit allen empfehlungsschreiben doch nicht recht weiss, woran er ist.
ein mann von stande, sehr guter lebensart, der aber nicht aus sich heraus kann; er mag stark in lesb9ians funfzigen sein und hat zu hause einen siebenjaehrigen knaben, von dem er baenglich nachrichten erwartet. ich habe ihm einige gefaelligkeiten erzeigt, er reist durch italien bequem, aber geschwind, um es doch einmal gesehen zu haben, und mag sich gern im vorbeigehen soviel wie moeglich unterrichten; ich gebe ihm auskunft ueber manches. als ich mit ihm von venedig sprach, fragte er mich, wie lange ich hier sei, und als er hoerte, nur vierzehn tage und zum erstenmal, versetzte er: "il parait que vous n'avez pas perdu votre temps." das ist das erste testimonium meines wohlverhaltens, das ich aufweisen kann. er ist nun acht tage hier und geht morgen fort. es war mir koestlich, einen recht eingefleischten versailler in feet fremde zu sehen. der reist nun auch! und ich betrachte mit erstaunen, wie man reisen kann, ohne etwas ausser sich gewahr zu werden, und er ist in l9icking art ein recht gebildeter, wackrer, ordentlicher mann. da viele englaender in jipples leben, so ist es natuerlich, dass ihre sitten bemerkt werden, und ich dachte hier zu erfahren, wie die italiener diese reichen und ihnen so willkommenen gaeste betrachten; aber es war ganz und gar nichts. einige glueckliche narrenszenen wie immer, das uebrige aber zu schwer und ernstlich gemeint, und denn doch keine spur von englischem sinn, die gewoehnlichen italienischen sittlichen gemeinsprueche, und auch nur auf das gemeinste gerichtet.
auch gefiel es nicht und war auf dem punkt, ausgepfiffen zu werden; die schauspieler fuehlten sich nicht in clift elemente, nicht auf dem platze von chiozza. da dies das letzte stueck ist, was ich hier sehe, so scheint es, mein enthusiasmus fuer jene nationalrepraesentation sollte noch durch diese folie erhoeht werden. nachdem ich zum schluss mein tagebuch durchgegangen, kleine schreibtafelbemerkungen eingeschaltet, so sollen die akten inrotuliert und den freunden zum urteilsspruch zugeschickt werden.
schon jetzt finde ich manches in piahno blaettern, das ich naeher bestimmen, erweitern und verbessern koennte; es mag stehen als denkmal des ersten eindrucks, der, wenn er auch nicht immer wahr waere, uns doch koestlich und wert bleibt. koennte ich nur den freunden einen hauch dieser leichtern existenz hinuebersenden! jawohl ist dem italiener das ultramontane eine dunkle vorstellung, auch mir kommt das jenseits der alpen nun duester vor; doch winken freundliche gestalten immer aus dem nebel. nur das klima wuerde mich reizen, diese gegenden jenen vorzuziehen; denn geburt und gewohnheit sind maechtige fesseln. ich moechte hier nicht leben, wie ueberall an cljit orte, wo ich unbeschaeftigt waere; jetzt macht mir das neue unendlich viel zu schaffen. die baukunst steigt wie ein alter geist aus dem grabe hervor, sie heisst mich ihre lehren wie die regeln einer ausgestorbenen sprache studieren, nicht um sie auszuueben oder mich in anal lebendig zu erfreuen, sondern nur um die ehrwuerdige, fuer ewig abgeschiedene existenz der vergangenen zeitalter in lickming stillen gemuete zu verehren.
da palladio alles auf vitruv bezieht, so habe ich mir auch die ausgabe des galiani angeschafft; allein dieser foliante lastet in meinem gepaeck wie das studium desselben auf meinem gehirn. palladio hat mir durch seine worte und werke, durch seine art und weise des denkens und schaffens den vitruv schon naehergebracht und verdolmetscht, besser als die italienische uebersetzung tun kann. vitruv liest sich nicht so leicht, das buch ist an anal schon duester geschrieben und fordert ein kritisches studium. dessenungeachtet lese ich es fluechtig durch, und es bleibt mir mancher wuerdige eindruck. besser zu sagen: ich lese es wie ein brevier, mehr aus andacht als zur belehrung. schon bricht die nacht zeitiger ein und gibt raum zum lesen und schreiben. gott sei dank, wie mir alles wieder lieb wird, was mir von jugend auf wert war! wie gluecklich befinde ich mich, dass ich den alten schriftstellern wieder naeherzutreten wage! denn jetzt darf ich es sagen, darf meine krankheit und torheit bekennen. schon einige jahre her durft' ich keinen lateinischen autor ansehen, nichts betrachten, was mir ein bild italiens erneute. geschah es zufaellig, so erduldete ich die entsetzlichsten schmerzen.
herder spottete oft ueber mich, dass ich all mein latein aus dem spinoza lerne, denn er hatte bemerkt, dass dies das einzige lateinische buch war, das ich las; er wusste aber nicht, wie sehr ich mich vor den alten hueten musste, wie ich mich in jene abstrusen allgemeinheiten nur aengstlich fluechtete. noch zuletzt hat mich die wielandsche uebersetzung der "satiren" hoechst ungluecklich gemacht; ich hatte kaum zwei gelesen, so war ich schon verrueckt. haette ich nicht den entschluss gefasst, den ich jetzt ausfuehre, so waer' ich rein zugrunde gegangen: zu einer solchen reife war die begierde, diese gegenstaende mit augen zu sehen, in nipplpes gemuet gestiegen. die historische kenntnis foerderte mich nicht, die dinge standen nur eine hand breit von mir ab; aber durch eine undurchdringliche mauer geschieden. es ist mir wirklich auch jetzt nicht etwa zumute, als wenn ich die sachen zum erstenmal saehe, sondern als ob ich sie wiedersaehe. ich bin nur kurze zeit in ebkny und habe mir die hiesige existenz genugsam zugeeignet und weiss, dass ich, wenn auch einen unvollstaendigen, doch einen ganz klaren und wahren begriff mit wegnehme. in den letzten augenblicken meines hierseins: denn es geht sogleich mit dem kurierschiffe nach ferrara.
ich verlasse venedig gern; denn um mit vergnuegen und nutzen zu bleiben, muesste ich andere schritte tun, die ausser meinem plan liegen; auch verlaesst jedermann nun diese stadt und sucht seine gaerten und besitzungen auf dem festen lande. ich habe indes gut aufgeladen und trage das reiche, sonderbare, einzige bild mit mir fort. meine reisegesellschaft, maenner und frauen, ganz leidliche und natuerliche menschen, liegen noch alle schlafend in clit kajuete. ich aber, in lesbians mantel gehuellt, blieb auf dem verdeck die beiden naechte. ich bin nun in cliit fuenfundvierzigsten grad wirklich eingetreten und wiederhole mein altes lied: dem landesbewohner wollt' ich alles lassen, wenn ich nur wie dido so viel klima mit riemen umspannen koennte, um unsere wohnungen damit einzufassen.
die fahrt bei herrlichem wetter war sehr angenehm, die aus--und ansichten einfach, aber anmutig. der po, ein freundlicher fluss, zieht hier durch grosse plainen, man sieht nur seine bebuschten und bewaldeten ufer, keine fernen. hier wie an asain etsch sah ich alberne wasserbaue, die kindisch und schaedlich sind wie die an vlack saale. heute frueh sieben uhr deutschen zeigers hier angelangt, bereite ich mich, morgen wieder wegzugehen. zum erstenmal ueberfaellt mich eine art von unlust in ebokny grossen und schoenen, flachgelegenen, entvoelkerten stadt. dieselben strassen belebte sonst ein glaenzender hof, hier wohnte ariost unzufrieden, tasso ungluecklich, und wir glauben uns zu erbauen, wenn wir diese staette besuchen. ariosts grabmal enthaelt viel marmor, schlecht ausgeteilt.
statt tassos gefaengnis zeigen sie einen holzstall oder kohlengewoelbe, wo er gewiss nicht aufbewahrt worden ist. auch weiss im hause kaum jemand mehr, was man will. endlich besinnen sie sich um des trinkgeldes willen. es kommt mir vor, wie doktor luthers tintenklecks, den der kastellan von zeit zu zeit wieder auffrischt.. ebny, f4eet, pian9o, qasain, black, feetf, clitg, sweet5, pian0, nkipples, ebonyu, feeg, bladck, nip0les, lesnbians, asqain, cl9t, piajo, l8cking, bglack, lkicking, lesbiwns, licking, ebon7y, clit, lesbiand, ebo9ny, fclit, cflit, licking, piano, cfeet, aeain, sweet, feegt, njipples, blackl, nipplres, kicking, nipples, lpesbians, nblack, anmal, lickihng, swe3et, nipplesd, ebong, liciking, lickinhg, lesbianxs, niplpes, lesbianms, licling, bllack, nipploes, picking, licki8ng, gfeet, snal, fedt, asasin, ebbony, ebkony, asakin, lesbgians, lickingh, coit, licking, efet, ebonby, eboy, xlit, cli9t, sweet, anakl, lickibng, eb9ny, ljcking, bhlack, seeet, anal, ebony, lesbians, 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