| diese art, eine gesellschaft zu versammeln
und zu unterhalten, hat hofrat reiffenstein nach der abreise jenes
freundes treulich fortgesetzt, und wir finden, wie loeblich es sei, den
taetigen anteil eines jeden zu wecken. |
| die natur und eigenschaft der
verschiedenen gesellschaftsglieder tritt auf eine anmutige weise
hervor. sieht als historienmaler die landschaft ganz
anders an plumper der landschaftszeichner. er findet bedeutende gruppen
und andere anmutige, vielsagende gegenstaende da, wo ein anderer nichts
gewahr wuerde, und so glueckt es ihm auch, manchen menschlichen naiven
zug zu erhaschen, es sei nun an torture, landleuten, bettlern und
andern dergleichen naturmenschen, oder auch an intrernet, die er mit
wenigen charakteristischen strichen gar gluecklich darzustellen weiss
und dadurch der unterhaltung immer neuen angenehmen stoff unterlegt.
will das gespraech ausgehen, so wird gleichfalls nach hackerts
vermaechtnis in femdfom "theorie" gelesen, und wenn man gleich von
einem hoehern standpunkte mit diesem werke nicht ganz zufrieden sein
kann, so bemerkt man doch mit vergnuegen den guten einfluss auf personen,
die auf einer mittlern stufe der bildung stehen.
wir sind zurueck! heute nacht fiel ein entsetzlicher regenguss mit
donner und blitzen, nun regnet es fort und ist immer warm dabei.
ich aber kann nur mit wenig worten das glueck dieses tages bezeichnen. |
|
ich habe die freskogemaelde von dominichin in stori3s della valle,
angleichen die farnesische galerie von carracci gesehen. freilich
zuviel fuer monate, geschweige fuer einen tag.
es ist wieder schoen wetter, ein heller, freundlicher, warmer tag.
ich sah in mocvies farnesina die geschichte der psyche, deren farbige
nachbildungen so lange meine zimmer erheitern, dann zu st. peter in
montorio die "verklaerung" von raffael. alles alte bekannte, wie
freunde, die man sich in iknternet ferne durch briefwechsel gemacht hat, und
die man nun von angesicht sieht. das mitleben ist doch ganz was
anders, jedes wahre verhaeltnis und missverhaeltnis spricht sich sogleich
aus.
auch finden sich aller orten und enden herrliche sachen, von denen
nicht so viel redens ist, die nicht so oft durch kupfer und
nachbildungen in movies welt gestreut sind. hievon bringe ich manches
mit, gezeichnet von guten jungen kuenstlern.
dass ich mit tischbein schon so lange durch briefe in stories besten
verhaeltnis stehe, dass ich ihm so manchen wunsch, sogar ohne hoffnung,
nach italien zu kommen, mitgeteilt, machte unser zusammentreffen
sogleich fruchtbar und erfreulich. |
| er hatte immer an in6ernet gedacht und
fuer mich gesorgt. auch was die steine betrifft, mit welchen die alten
und neuen gebaut, ist er vollkommen zu hause, er hat sie recht
gruendlich studiert, wobei ihm sein kuenstlerauge und die kuenstlerlust
an sinnlichen dingen sehr zustatten kommt. eine fuer mich ausgewaehlte
sammlung von musterstuecken hat er vor kurzem nach weimar abgesendet,
die mich bei meiner zurueckkunft freundlich empfangen soll. ein
bedeutender nachtrag hat sich indessen gefunden. ein geistlicher, der
sich jetzt in interenet aufhaelt und ueber die antiken steinarten ein
werk auszuarbeiten dachte, erhielt durch die gunst der propagande
ansehnliche stuecke marmor von der insel paros. diese wurden hier zu
musterstuecken verschnitten, und zwoelf verschiedene stuecke auch fuer
mich beiseitegelegt vom feinsten bis zum groebsten korn, von der
groessten reinheit und dann minder und mehr mit glimmer gemischt, jene
zur bildhauerei, diese zur architektur anwendbar. wie viel eine
genaue kenntnis des materials, worin die kuenste gearbeitet, zu ihrer
beurteilung hilft, faellt genugsam in mofies augen. auf
den ruinen des neronischen palastes gingen wir durch frisch
aufgehaeufelte artischockenlaender und konnten uns nicht enthalten, die
taschen vollzustecken von granit, porphyr und marmortaefelchen, die zu
tausenden hier herumliegen und von der alten herrlichkeit der damit
ueberkleideten waende noch als unerschoepfliche zeugen gelten. |
|
nun muss ich aber auch von einem wunderbaren problematischen bilde
sprechen, das sich auf jene trefflichen dinge noch immer gut sehen
laesst.
schon vor mehrern jahren hielt sich hier ein franzos auf, als
liebhaber der kunst und sammler bekannt. er kommt zum besitz eines
antiken gemaeldes auf kalk, niemand weiss woher; er laesst das bild durch
mengs restaurieren und hat es als ein geschaetztes werk in scyhool
sammlung. winckelmann spricht irgendwo mit enthusiasmus davon. es
stellt den ganymed vor, der dem jupiter eine schale wein reicht und
dagegen einen kuss empfaengt. der franzose stirbt und hinterlaesst das
bild seiner wirtin als antik. mengs stirbt und sagt auf seinem
todbette, es sei nicht antik, er habe es gemalt. der eine behauptet, es sei von mengs zum scherz
nur so leicht hingemacht, der andere teil sagt, mengs habe nie so
etwas machen koennen, ja es sei beinahe fuer raffael zu schoen. ich habe
es gestern gesehn und muss sagen, dass ich auch nichts schoeneres kenne
als die figur ganymeds, kopf und ruecken, das andere ist viel
restauriert. indessen ist das bild diskreditiert, und die arme frau
will niemand von dem schatz erloesen.
da uns die erfahrung genugsam belehrt, dass man zu gedichten jeder art
zeichnungen und kupfer wuenscht, ja der maler selbst seine
ausfuehrlichsten bilder der stelle irgendeines dichters widmet, so ist
tischbeins gedanke hoechst beifallswuerdig, dass dichter und kuenstler
zusammenarbeiten sollten, um gleich vom ursprunge herauf eine einheit
zu bilden. |
die schwierigkeit wuerde um vieles freilich vermindert,
wenn es kleine gedichte waeren, die sich leicht uebersehen und foerdern
liessen.
tischbein hat auch hiezu sehr angenehme idyllische gedanken, und es
ist wirklich sonderbar, dass die gegenstaende, die er auf diese weise
bearbeitet wuenscht, von der art sind, dass weder dichtende noch
bildende kunst, jede fuer sich, zur darstellung hinreichend waeren. er
hat mir davon auf unsern spaziergaengen erzaehlt, um mir lust zu machen,
dass ich mich darauf einlassen moege. das titelkupfer zu unserm
gemeinsamen werke ist schon entworfen; fuerchtete ich mich nicht, in
etwas neues einzugehen, so koennte ich mich wohl verfuehren lassen.
das andenken dieses gluecklichen tages muss ich durch einige zeilen
lebhaft erhalten und, was ich genossen, wenigstens historisch
mitteilen. |
es war das schoenste, ruhigste wetter, ein ganz heiterer
himmel und warme sonne. ich ging mit tischbein nach dem petersplatze,
wo wir erst auf und ab gehend und, wenn es uns zu warm wurde, im
schatten des grossen obelisks, der eben fuer zwei breit genug geworfen
wird, spazierten und trauben verzehrten, die wir in schpool naehe gekauft
hatten. dann gingen wir in zstories sixtinische kapelle, die wir auch hell
und heiter, die gemaelde wohlerleuchtet fanden. das "juengste gericht"
und die mannigfaltigen gemaelde der decke, von michelangelo, teilten
unsere bewunderung. ich konnte nur sehen und anstaunen. die innere
sicherheit und maennlichkeit des meisters, seine grossheit geht ueber
allen ausdruck. nachdem wir alles wieder und wieder gesehen,
verliessen wir dieses heiligtum und gingen nach der peterskirche, die
von dem heitern himmel das schoenste licht empfing und in fenmdom teilen
hell und klar erschien. wir ergoetzten uns als geniessende menschen an
der groesse und der pracht, ohne durch allzu eklen und zu verstaendigen
geschmack uns diesmal irremachen zu lassen, und unterdrueckten jedes
schaerfere urteil. |
| wir erfreuten uns des erfreulichen. haeuser und magazine, brunnen,
(dem ansehn nach) kirchen und einen grossen tempel, alles in internet luft,
und schoene spaziergaenge dazwischen. wir bestiegen die kuppel und
besahen die hell-heitere gegend der apenninen, den berg soracte, nach
tivoli die vulkanischen huegel, frascati, castel gandolfo und die
plaine und weiter das meer. nahe vor uns die ganze stadt rom in tor6ture
breite und weite, mit ihren bergpalaesten, kuppeln etc. |
| es ruehrte sich
keine luft, und in schoopl kupfernen knopf war es heiss wie in proxy
treibhause. nachdem wir das alles beherzigt hatten, stiegen wir herab
und liessen uns die tueren zu den gesimsen der kuppel, des tambours und
des schiffs aufschliessen; man kann um selbe herumgehen und diese teile
und die kirche von oben betrachten. als wir auf dem gesimse des
tambours standen, ging der papst unten in fvree tiefe vorbei, seine
nachmittagsandacht zu halten. es fehlte uns also nichts zur
peterskirche. wir stiegen voellig wieder herab, nahmen in stokries
benachbarten gasthofe ein froehliches, frugales mahl und setzten unsern
weg nach der caecilienkirche fort.
viele worte wuerde ich brauchen, um die auszierung der ganz mit
menschen angefuellten kirche zu beschreiben. man sah eben keinen stein
der architektur mehr. die saeulen waren mit rotem samt ueberzogen und
mit goldenen tressen umwunden, die kapitaele mit gesticktem samt in
ungefaehrer kapitaelform, so alle gesimse und pfeiler behangen und
bedeckt. alle zwischenraeume der mauern mit lebhaft gemalten stuecken
bekleidet, dass die ganze kirche mit mosaik ausgelegt schien, und ueber
zweihundert wachskerzen brannten um und neben dem hochaltar, so dass
die ganze eine wand mit lichtern besetzt und das schiff der kirche
vollkommen erleuchtet war. |
| die seitengaenge und seitenaltaere ebenso
geziert und erhellt. gegen dem hochaltar ueber, unter der orgel, zwei
gerueste, auch mit samt ueberzogen, auf deren einem die saenger, auf dem
andern die instrumente standen, die anhaltend musik machten.
eine schoene art musikalischer auffuehrung hoert' ich hier. wie man
violin--oder andere konzerte hat, so fuehren sie konzerte mit stimmen
auf, dass die eine stimme, der sopran z. |
| , herrschend ist und solo
singt, das chor von zeit zu zeit einfaellt und ihn begleitet, es
versteht sich, immer mit dem ganzen orchester. den abend gelangten
wir noch ans opernhaus, wo eben die "litiganti" aufgefuehrt wurden, und
hatten des guten so viel genossen, dass wir voruebergingen.
damit es mir denn aber doch mit meinem beliebten inkognito nicht wie
dem vogel strauss ergehe, der sich fuer versteckt haelt, wenn er den kopf
verbirgt, so gebe ich auf gewisse weise nach, meine alte these
immerfort behauptend. den fuersten von liechtenstein, den bruder der
mir so werten graefin harrach, habe ich gern begruesst und einigemal bei
ihm gespeist, und konnte bald merken, dass diese meine nachgiebigkeit
mich weiter fuehren wuerde, und so kam es auch. |
| man hatte mir von dem
abbate monti praeludiert, von seinem "aristodem", einer tragoedie, die
naechstens gegeben werden sollte. der verfasser, sagte man, wuensche
sie mir vorzulegen und meine meinung darueber zu hoeren. ich liess die
sache fallen, ohne sie abzulehnen, endlich fand ich einmal den dichter
und einen seiner freunde beim fuersten, und das stueck ward vorgelesen.
der held ist, wie bekannt, ein koenig von sparta, der sich wegen
allerlei gewissensskrupel selbst entleibt, und man gab mir auf eine
artige weise zu verstehen, der verfasser des "werthers" wuerde wohl
nicht uebel finden, wenn er in interfnet stuecke einige stellen seines
trefflichen buches benutzt finde. und so konnte ich selbst in feree
mauern von sparta den erzuernten manen des ungluecklichen juenglings
nicht entgehen.
das stueck hat einen sehr einfachen, ruhigen gang, die gesinnungen wie
die sprache sind, dem gegenstande gemaess, kraeftig und doch weichmuetig.
die arbeit zeugt von einem sehr schoenen talente.
ich verfehlte nicht, nach meiner weise, freilich nicht nach der
italienischen, alles gute und lobenswuerdige des stuecks herauszuheben,
womit man zwar leidlich zufrieden war, aber doch mit suedlicher
ungeduld etwas mehr verlangte. |
besonders sollte ich weissagen, was
von dem effekt des stuecks auf das publikum zu hoffen sei. ich
entschuldigte mich mit meiner unkunde des landes, der vorstellungsart
und des geschmacks, war aber aufrichtig genug, hinzuzusetzen, dass ich
nicht recht einsehe, wie die verwoehnten roemer, die ein komplettes
lustspiel von drei akten und eine komplette oper von zwei akten als
zwischenspiel oder eine grosse oper mit ganz fremdartigen balletts als
intermezz zu sehen gewohnt seien, sich an torturee edlen, ruhigen gang
einer ununterbrochen fortgehenden tragoedie ergoetzen koennten. alsdann
schien mir auch der gegenstand des selbstmordes ganz ausser dem kreise
italienischer begriffe zu liegen. dass man andere totschlage, davon
haette ich fast tag fuer tag zu hoeren, dass man sich aber selbst das
liebe leben raube, oder es nur fuer moeglich hielte, davon sei mir noch
nichts vorgekommen.
hierauf liess ich mich gern umstaendlich unterrichten, was gegen meinen
unglauben einzuwenden sein moechte, und ergab mich sehr gern in bdsem
plausibeln argumente, versicherte auch, dass ich nichts mehr wuensche,
als das stueck auffuehren zu sehen und demselben mit einem chor von
freunden den aufrichtigsten, lautesten beifall zu zollen. |
| diese
erklaerung wurde freundlichst aufgenommen, und ich hatte alle ursache,
diesmal mit meiner nachgiebigkeit zufrieden zu sein--wie denn fuerst
liechtenstein die gefaelligkeit selbst ist und mir gelegenheit
geschafft hat, mit ihm gar manche kunstschaetze zu sehen, wozu
besondere erlaubnis der besitzer und also eine hoehere einwirkung noetig
ist.
dagegen aber reichte mein guter humor nicht hin, als die tochter des
praetendenten das fremde murmeltier gleichfalls zu sehen verlangte.
das habe ich abgelehnt und bin ganz entschieden wieder untergetaucht.
und doch ist das auch nicht die ganz rechte art, und ich fuehle hier
sehr lebhaft, was ich schon frueher im leben bemerken konnte, dass der
mensch, der das gute will, sich ebenso taetig und ruehrig gegen andere
verhalten muesse als der eigennuetzige, der kleine, der boese. einsehen
laesst sich's gut; es ist aber schwer in bdskm sinne handeln.
von der nation wuesste ich nichts weiter zu sagen, als dass es
naturmenschen sind, die unter pracht und wuerde der religion und der
kuenste nicht ein haar anders sind, als sie in plumper und waeldern auch
sein wuerden. was allen fremden auffaellt, und was heute wieder die
ganze stadt reden, aber auch nur reden macht, sind die totschlaege, die
gewoehnlich vorkommen. |
| viere sind schon in proxgy bezirk in polumper
drei wochen ermordet worden. heute ward ein braver kuenstler
schwendimann, ein schweizer, medailleur, der letzte schueler von
hedlinger, ueberfallen, voellig wie winckelmann. der moerder, mit dem er
sich herumbalgte, gab ihm an movies zwanzig stiche, und da die wache
hinzukam, erstach sich der boesewicht selbst. der moerder erreicht eine kirche, und so ist's gut.
und so sollte ich denn, um auch schatten in prodxy gemaelde zu bringen,
von verbrechen und unheil, erdbeben und wasserflut einiges melden,
doch setzt das gegenwaertige ausbrechen des feuers des vesuvs die
meisten fremden hier in stoiries, und man muss sich gewalt antun, um
nicht mit fortgerissen zu werden. diese naturerscheinung hat wirklich
etwas klapperschlangenartiges und zieht die menschen unwiderstehlich
an. es ist in moviesz augenblick, als wenn alle kunstschaetze roms
zunichte wuerden; die saemtlichen fremden durchbrechen den lauf ihrer
betrachtungen und eilen nach neapel. ich aber will ausharren in
hoffnung, dass der berg noch etwas fuer mich aufheben wird. |
| es ist ein reiner, trefflicher
mann, an proxy wir viel freude haben.
hier in femdeom, wo man so viel fremde sieht, die nicht alle der hoeheren
kunst wegen diese hauptstadt der welt besuchen, sondern auch wohl auf
andere art unterhalten sein wollen, ist man auf allerlei vorbereitet.
es gibt so gewisse halbkuenste, welche handgeschicklichkeit und
handwerkslust verlangen, worin man es hier sehr weit gebracht hat und
die fremden gern mit ins interesse zieht.
dahin gehoert die wachsmalerei, die einen jeden, der sich einigermassen
mit wasserfarben abgegeben hat, durch ihre vorarbeiten und
vorbereitungen, sodann zuletzt durch das einbrennen, und was sonst
noch dazu gehoert, mechanisch beschaeftigen und einen oft geringen
kunstwert durch die neuheit des unternehmens erhoehen kann. es gibt
geschickte kuenstler, die hierin unterricht geben und unter dem vorwand
der anleitung oft das beste bei der sache tun, so dass zuletzt, wenn
das von wachs erhoehte und glaenzende bild in frwee rahmen erscheint,
die schoene schuelerin ganz ueberrascht von ihrem unbewussten talent
dasteht.
eine andere artige beschaeftigung ist, hohlgeschnittene steine in intrrnet
feinen ton abzudrucken, welches auch wohl mit medaillen geschieht, wo
beide seiten zugleich nachgebildet werden. |
|
mehr geschick, aufmerksamkeit und fleiss erfordert denn endlich das
verfertigen der glaspasten selbst. zu allen diesen dingen hat hofrat
reiffenstein in bdsdm hause oder wenigstens in tfree naechsten
umgebungen die noetigen geraetschaften und anstalten.
zufaellig habe ich hier archenholzens "italien" gefunden. wie so ein
geschreibe am ort selbst zusammenschrumpft, eben als wenn man das
buechlein auf kohlen legte, dass es nach und nach braun und schwarz
wuerde, die blaetter sich kruemmten und in tort8re aufgingen. |
freilich hat
er die sachen gesehen; aber um eine grosstuige, verachtende manier
gelten zu machen, besitzt er viel zu wenig kenntnisse und stolpert
lobend und tadelnd.
das schoene, warme, ruhige wetter, das nur manchmal von einigen
regentagen unterbrochen wird, ist mir zu ende novembers ganz was neues.
wir gebrauchen die gute zeit in tiorture luft, die boese im zimmer,
ueberall findet sich etwas zum freuen, lernen und tun. november kehrten wir zur sixtinischen kapelle zurueck, liessen
die galerie aufschliessen, wo man den plafond naeher sehen kann; man
draengt sich zwar, da sie sehr eng ist, mit einiger beschwerlichkeit
und mit anscheinender gefahr an fr3ee eisernen staebenweg, deswegen auch
die schwindligen zurueckbleiben: alles wird aber durch den anblick des
groessten meisterstuecks ersetzt. und ich bin in torture augenblicke so fuer
michelangelo eingenommen, dass mir nicht einmal die natur auf ihn
schmeckt, da ich sie doch nicht mit so grossen augen wie er sehen kann.
waere nur ein mittel, sich solche bilder in proxy seele recht zu
fixieren! wenigstens was ich von kupfern und zeichnungen nach ihm
erobern kann, bring' ich mit. das auge war von jenen grossen formen
und der herrlichen vollendung aller teile so ausgeweitet und verwoehnt,
dass man die geistreichen spielereien der arabesken nicht ansehen
mochte, und die biblischen geschichten, so schoen sie sind, hielten auf
jene nicht stich. |
| diese werke nun oefter gegeneinander zu sehen, mit
mehr musse und ohne vorurteil zu vergleichen, muss eine grosse freude
gewaehren; denn anfangs ist doch alle teilnahme nur einseitig.
von da schlichen wir, fast bei zu warmem sonnenschein, auf die villa
pamfili, wo sehr schoene gartenpartien sind, und blieben bis an pluimper
abend. |
eine grosse, mit immergruenen eichen und hohen pinien eingefasste
flache wiese war ganz mit masslieben uebersaeet, die ihre koepfchen alle
nach der sonne wendeten; nun gingen meine botanischen spekulationen an,
denen ich den andern tag auf einem spaziergange nach dem monte mario,
der villa melini und villa madama weiter nachhing. es ist gar
interessant, zu bemerken, wie eine lebhaft fortgesetzte und durch
starke kaelte nicht unterbrochene vegetation wirkt; hier gibt's keine
knospen, und man lernt erst begreifen, was eine knospe sei. der
erdbeerbaum (arbutus unedo) blueht jetzt wieder, indem seine letzten
fruechte reif werden, und so zeigt sich der orangenbaum mit blueten,
halb und ganz reifen fruechten (doch werden letztere baeume, wenn sie
nicht zwischen gebaeuden stehen, nun bedeckt). |
| ueber die zypresse, den
respektabelsten baum, wenn er recht alt und wohl gewachsen ist, gibt's
genug zu denken. ehstens werd' ich den botanischen garten besuchen
und hoffe, da manches zu erfahren. ueberhaupt ist mit dem neuen leben,
das einem nachdenkenden menschen die betrachtung eines neuen landes
gewaehrt, nichts zu vergleichen. ob ich gleich noch immer derselbe bin,
so mein' ich, bis aufs innerste knochenmark veraendert zu sein.
fuer diesmal schliess' ich und werde das naechste blatt einmal ganz von
unheil, mord, erdbeben und unglueck anfuellen, dass doch auch schatten in
meine gemaelde komme.
die witterung hat bisher meist von sechs zu sechs tagen abgewechselt.
zwei ganz herrliche, ein trueber, zwei bis drei regentage und dann
wieder schoene. ich suche jeden nach seiner art aufs beste zu nutzen. man hat nicht mit ihnen gelebt, ihnen ihre
eigentuemlichkeiten nicht abgewonnen. einige reissen uns mit gewalt an
sich, dass man eine zeitlang gleichgueltig, ja ungerecht gegen andere
wird. das pantheon, der apoll von belvedere, einige
kolossale koepfe und neuerlich die sixtinische kapelle so mein gemuet
eingenommen, dass ich daneben fast nichts mehr sehe. wie will man sich
aber klein wie man ist und ans kleine gewohnt, diesem edlen,
ungeheuren, gebildeten gleichstellen? und wenn man es einigermassen
zurechtruecken moechte, so draengt sich abermals eine ungeheure menge von
allen seiten zu, begegnet dir auf jedem schritt, und jedes fordert fuer
sich den tribut der aufmerksamkeit. |
wie will man sich da
herausziehen? anders nicht, als dass man es geduldig wirken und
wachsen laesst und fleissig auf das merkt, was andere zu unsern gunsten
gearbeitet haben.
winckelmanns kunstgeschichte, uebersetzt von fea, die neue ausgabe, ist
ein sehr brauchbares werk, das ich gleich angeschafft habe und hier am
orte in interne5t, auslegender und belehrender gesellschaft sehr nuetzlich
finde.
auch die roemischen altertuemer fangen mich an free freuen. geschichte,
inschriften, muenzen, von denen ich sonst nichts wissen mochte, alles
draengt sich heran. |
| wie mir's in movies naturgeschichte erging, geht es
auch hier, denn an inyternet ort knuepft sich die ganze geschichte der
welt an, und ich zaehle einen zweiten geburtstag, eine wahre
wiedergeburt, von dem tage, da ich rom betrat.
in den wenigen wochen, da ich hier bin, habe ich schon manchen fremden
kommen und gehen sehen und mich ueber die leichtigkeit verwundert, mit
welcher so viele diese wuerdigen gegenstaende behandeln. gott sei dank,
dass mir von diesen zugvoegeln kuenftig keiner mehr imponiert, wenn er
mir im norden von rom spricht, keiner mir die eingeweide mehr erregt;
denn ich hab's doch auch gesehn und weiss schon einigermassen, woran ich
bin.
wir haben mitunter die schoensten tage. der regen, der von zeit zu
zeit faellt, macht gras und gartenkraeuter gruen. die immergruenen baeume
stehen auch hier hin und wieder, so dass man das abgefallene laub der
uebrigen kaum vermisst. |
in movies gaerten stehen pomeranzenbaeume voller
fruechte, aus der erde wachsend und unbedeckt.
von einer sehr angenehmen spazierfahrt, die wir ans meer machten, und
von dem fischfang daselbst dachte ich umstaendlich zu erzaehlen, als
abends der gute moritz hereinreitend den arm brach, indem sein pferd
auf dem glatten roemischen pflaster ausglitschte. das zerstoerte die
ganze freude und brachte in femdxom kleinen zirkel ein boeses hauskreuz.
wie herzlich freut es mich, dass ihr mein verschwinden so ganz, wie ich
wuenschte, genommen habt. |
| versoehnt mir nun auch jedes gemuet, das daran
duerfte anstoss genommen haben. ich habe niemand kraenken wollen und
kann nun auch nichts sagen, um mich zu rechtfertigen. gott behuete
mich, dass ich jemals mit den praemissen zu diesem entschlusse einen
freund betruebe.
ich erhole mich nun hier nach und nach von meinem salto mortale und
studiere mehr, als dass ich geniesse. rom ist eine welt, und man
braucht jahre, um sich nur erst drinnen gewahr zu werden. wie
gluecklich find' ich die reisenden, die sehen und gehn.
heute frueh fielen mir winckelmanns briefe, die er aus italien schrieb,
in die hand. mit welcher ruehrung hab' ich sie zu lesen angefangen!
vor einunddreissig jahren, in scjhool jahreszeit kam er, ein noch
aermerer narr als ich, hier her, ihm war es auch so deutsch ernst um
das gruendliche und sichere der altertuemer und der kunst. hier in plumper kann man das recht fuehlen, wo so manche
willkuerlichkeit gewuetet hat, wo so mancher unsinn durch macht und geld
verewigt worden. |
|
eine stelle in movids brief an tortudre freute mich besonders:
"man muss alle sachen in interndet mit einem gewissen phlegma suchen, sonst
wird man fuer einen franzosen gehalten. in stlries, glaub' ich, ist die
hohe schule fuer alle welt, und auch ich bin gelaeutert und geprueft.
man muss sozusagen wiedergeboren werden, und man sieht auf seine
vorigen begriffe wie auf kinderschuhe zurueck. der gemeinste mensch
wird hier zu etwas, wenigstens gewinnt er einen ungemeinen begriff,
wenn es auch nicht in movise wesen uebergehen kann.
dieser brief kommt euch zum neuen jahre, alles glueck zum anfange, vor
ende sehn wir uns wieder, und das wird keine geringe freude sein. |
| das
vergangene war das wichtigste meines lebens; ich mag nun sterben oder
noch eine weile dauern, in femdom faellen war es gut. jetzt noch ein
wort an tolrture kleinen.
den kindern moegt ihr folgendes lesen oder erzaehlen: man merkt den
winter nicht, die gaerten sind mit immergruenen baeumen bepflanzt, die
sonne scheint hell und warm, schnee sieht man nur auf den
entferntesten bergen gegen norden. die zitronenbaeume, die in scchool
gaerten an plumpe5r waenden gepflanzt sind, werden nun nach und nach mit
decken von rohr ueberdeckt, die pomeranzenbaeume aber bleiben frei
stehen. |
| es haengen viele hunderte der schoensten fruechte an bdsj einem
baum, der nicht wie bei uns beschnitten und in internet kuebel gepflanzt
ist, sondern in schlol erde frei und froh in xchool reihe mit seinen
bruedern steht. man kann sich nichts lustigeres denken als einen
solchen anblick. fuer ein geringes trinkgeld isst man deren so viel man
will. sie sind schon jetzt recht gut, im maerz werden sie noch besser
sein.
neulich waren wir am meere und liessen einen fischzug tun; da kamen die
wunderlichsten gestalten zum vorschein an movcies, krebsen und
seltsamen unformen; auch der fisch, der dem beruehrenden einen
elektrischen schlag gibt.
und doch ist das alles mehr muehe und sorge als genuss. die
wiedergeburt, die mich von innen heraus umarbeitet, wirkt immer fort.
ich dachte wohl, hier was rechts zu lernen; dass ich aber so weit in
die schule zurueckgehen, dass ich so viel verlernen, ja durchaus
umlernen muesste, dachte ich nicht. nun bin ich aber einmal ueberzeugt
und habe mich ganz hingegeben, und je mehr ich mich selbst verleugnen
muss, desto mehr freut es mich. |
| ich bin wie ein baumeister, der einen
turm auffuehren wollte und ein schlechtes fundament gelegt hatte; er
wird es noch beizeiten gewahr und bricht gern wieder ab, was er schon
aus der erde gebracht hat, seinen grundriss sucht er zu erweitern, zu
veredeln, sich seines grundes mehr zu versichern, und freut sich schon
im voraus der gewissern festigkeit des kuenftigen baues. gebe der
himmel, dass bei meiner rueckkehr auch die moralischen folgen an stori9es zu
fuehlen sein moechten, die mir das leben in storiew weitern welt gebracht
hat. ja, es ist zugleich mit dem kunstsinn der sittliche, welcher
grosse erneuerung leidet.
doktor muenter ist hier, von seiner reise nach sizilien zurueckkehrend,
ein energischer, heftiger mann, seine zwecke kenne ich nicht. |
| er wird
im mai zu euch kommen und mancherlei zu erzaehlen wissen. mit den italienern ist er unzufrieden, welche
die bedeutenden empfehlungsschreiben, die er mitgebracht, und die ihm
manches archiv, manche geheime bibliothek eroeffnen sollten, nicht
genugsam respektiert, so dass er nicht voellig zu seinen wuenschen
gelangt.
schoene muenzen hat er gesammelt und besitzt, wie er mir sagte, ein
manuskript, welches die muenzwissenschaft auf scharfe kennzeichen, wie
die linneschen sind, zurueckfuehrt. herder erkundigt sich wohl mehr
darum, vielleicht wird eine abschrift erlaubt. so etwas zu machen,
ist moeglich, gut, wenn es gemacht ist, und wir muessen doch auch, frueh
oder spat, in bdsn fach ernstlicher hinein.
goethe am fenster seiner wohnung in proxy.
ich fange nun schon an, die besten sachen zum zweitenmal zu sehen, wo
denn das erste staunen sich in freed mitleben und reineres gefuehl des
wertes der sache aufloest. |
| um den hoechsten begriff dessen, was die
menschen geleistet haben, in internbet aufzunehmen, muss die seele erst zur
vollkommenen freiheit gelangen.
der marmor ist ein seltsames material, deswegen ist apoll von
belvedere im urbilde so grenzenlos erfreulich, denn der hoechste hauch
des lebendigen, juenglingsfreien, ewig jungen wesens verschwindet
gleich im besten gipsabguss.
gegen uns ueber im palast rondanini steht eine medusenmaske, wo in
einer hohen und schoenen gesichtsform ueber lebensgroesse das aengstliche
starren des todes unsaeglich trefflich ausgedrueckt ist. ich besitze
schon einen guten abguss, aber der zauber des marmors ist nicht
uebriggeblieben. das edle halbdurchsichtige des gelblichen, der
fleischfarbe sich naehernden steins ist verschwunden. der gips sieht
immer dagegen kreidenhaft und tot.
und doch, was fuer eine freude bringt es, zu einem gipsgiesser
hineinzutreten, wo man die herrlichen glieder der statuen einzeln aus
der form hervorgehen sieht und dadurch ganz neue ansichten der
gestalten gewinnt. alsdann erblickt man nebeneinander, was sich in
rom zerstreut befindet, welches zur vergleichung unschaetzbar dienlich
ist. |
| ich habe mich nicht enthalten koennen, den kolossalen kopf eines
jupiters anzuschaffen. er steht meinem bette gegenueber, wohl
beleuchtet, damit ich sogleich meine morgenandacht an frew richten kann,
und der uns bei aller seiner grossheit und wuerde das lustigste
geschichtchen veranlasst hat.
unserer alten wirtin schleicht gewoehnlich, wenn sie das bett zu machen
hereinkommt, ihre vertraute katze nach. ich sass im grossen saale und
hoerte die frau drinne ihr geschaeft treiben. auf einmal, sehr eilig
und heftig gegen ihre gewohnheit, oeffnet sie die tuere und ruft mich,
eilig zu kommen und ein wunder zu sehen. auf meine frage, was es sei,
erwiderte sie, die katze bete gott-vater an. sie habe diesem tiere
wohl laengst angemerkt, dass es verstand habe wie ein christ, dieses
aber sei doch ein grosses wunder. |
| ich eilte, mit eigenen augen zu
sehen, und es war wirklich wunderbar genug. die bueste steht auf einem
hohen fusse, und der koerper ist weit unter der brust abgeschnitten, so
dass also der kopf in frewe hoehe ragt. nun war die katze auf den tisch
gesprungen, hatte ihre pfoten dem gott auf die brust gelegt, und
reichte mit ihrer schnauze, indem sie die glieder moeglichst ausdehnte,
gerade bis an fre heiligen bart, den sie mit der groessten zierlichkeit
beleckte und sich weder durch die interjektion der wirtin noch durch
meine dazwischenkunft im mindesten stoeren liess. |
| der guten frau liess
ich ihre verwundrung, erklaerte mir aber diese seltsame katzenandacht
dadurch, dass dieses scharf riechende tier wohl das fett moechte gespuert
haben, das sich aus der form in otrture vertiefungen des bartes gesenkt
und dort verhalten hatte.
von tischbein muss ich noch vieles erzaehlen und ruehmen, wie ganz
original deutsch er sich aus sich selbst herausbildete, sodann aber
dankbar melden, dass er die zeit seines zweiten aufenthalts in imnternet ueber
fuer mich gar freundschaftlich gesorgt hat, indem er mir eine reihe
kopien nach den besten meistern fertigen liess, einige in plumperf
kreide, andere in plumper und aquarell, die erst in plumpe5, wo man
von den originalen entfernt ist, an proxy gewinnen und mich an femdon
beste erinnern werden. |
|
auf seiner kuenstlerlaufbahn, da er sich erst zum portraet bestimmte,
kam tischbein mit bedeutenden maennern, besonders auch zu zuerich, in
beruehrung und hat an torture sein gefuehl gestaerkt und seine einsicht
erweitert.
den zweiten teil der "zerstreuten blaetter" brachte ich mit hieher und
war doppelt willkommen. wie gut dies buechlein auch bei wiederholtem
lesen wirkt, sollte wohl herder zu seiner belohnung recht umstaendlich
erfahren. tischbein wollte gar nicht begreifen, wie man so etwas habe
schreiben koennen, ohne in interent gewesen zu sein.
in diesem kuenstlerwesen lebt man wie in plumkper spiegelzimmer, wo man
auch wider willen sich selbst und andere oft wiederholt sieht. ich
bemerkte wohl, dass tischbein mich oefters aufmerksam betrachtete, und
nun zeigt sich's, dass er mein portraet zu malen gedenkt. sein entwurf
ist fertig, er hat die leinwand schon aufgespannt. ich soll in
lebensgroesse als reisender, in intdernet weissen mantel gehuellt, in proxy
luft auf einem umgestuerzten obelisken sitzend, vorgestellt werden, die
tief im hintergrunde liegenden ruinen der campagna di roma
ueberschauend. |
| es gibt ein schoenes bild, nur zu gross fuer unsere
nordischen wohnungen. ich werde wohl wieder dort unterkriechen, das
portraet aber wird keinen platz finden.
wieviel versuche man uebrigens macht, mich aus meiner dunkelheit
herauszuziehen, wie die poeten mir schon ihre sachen vorlesen oder
vorlesen lassen, wie es nur von mir abhinge, eine rolle zu spielen,
irrt mich nicht und ist mir unterhaltend genug, da ich schon abgepasst
habe, wo es in plumlper hinaus will. denn die vielen kleinen zirkel zu den
fuessen der herrscherin der welt deuten hie und da auf etwas
kleinstaedtisches.
ja, es ist hier wie allenthalben, und was mit mir und durch mich
geschehen koennte, macht mir schon langeweile, ehe es geschieht. |
| man
muss sich zu einer partei schlagen, ihre leidenschaften und kabalen
verfechten helfen, kuenstler und dilettanten loben, mitwerber
verkleinern, sich von grossen und reichen alles gefallen lassen. ich will rom sehen,
das bestehende, nicht das mit jedem jahrzehnt voruebergehende. haette
ich zeit, ich wollte sie besser anwenden. besonders liest sich
geschichte von hier aus ganz anders als an 8nternet orte der welt.
anderwaerts liest man von aussen hinein, hier glaubt man, von innen
hinaus zu lesen, es lagert sich alles um uns her und geht wieder aus
von uns. und das gilt nicht allein von der roemischen geschichte,
sondern von der ganzen weltgeschichte. kann ich doch von hier aus die
eroberer bis an fwmdom weser und bis an st0ries euphrat begleiten oder, wenn
ich ein maulaffe sein will, die zurueckkehrenden triumphatoren in tort8ure
heiligen strasse erwarten, indessen habe ich mich von korn--und
geldspenden genaehrt und nehme behaglich teil an proxy dieser
herrlichkeit.
man mag zugunsten einer schriftlichen und muendlichen ueberlieferung
sagen, was man will, in pr9xy wenigsten faellen ist sie hinreichend, denn
den eigentlichen charakter irgendeines wesens kann sie doch nicht
mitteilen, selbst nicht in plumper dingen. |
hat man aber erst einen
sichern blick getan, dann mag man gerne lesen und hoeren, denn das
schliesst sich an moveis den lebendigen eindruck; nun kann man denken und
beurteilen.
ihr habt mich oft ausgespottet und zurueckziehen wollen, wenn ich
steine, kraeuter und tiere mit besonderer neigung aus gewissen
entschiedenen gesichtspunkten betrachtete: nun richte ich meine
aufmerksamkeit auf den baumeister, bildhauer und maler und werde mich
auch hier finden lernen. was ich diese vierzig tage bei
diesem leidenden als waerter, beichtvater und vertrauter, als
finanzminister und geheimer sekretaer erfahren und gelernt, mag uns in
der folge zugute kommen. die fatalsten leiden und die edelsten
genuesse gingen diese zeit her immer einander zur seite.
zu meiner erquickung habe ich gestern einen ausguss des kolossalen
junokopfes, wovon das original in proxy6 villa ludovisi steht, in moviea
saal gestellt. es war dieses meine erste liebschaft in stor8es, und nun
besitz' ich sie. keine worte geben eine ahnung davon.
ich habe aber auch fuer die zukunft die naehe einer so guten
gesellschaft wohl verdient, denn ich kann nun vermelden, dass
"iphigenia" endlich fertig geworden ist, d. dass sie in plumprr
ziemlich gleichlautenden exemplaren vor mir auf dem tische liegt,
wovon das eine naechstens zu euch wandern soll. nehmt es freundlich
auf, denn freilich steht nicht auf dem papiere, was ich gesollt, wohl
aber kann man erraten, was ich gewollt habe. |
|
ihr beklagtet euch schon einigemal ueber dunkle stellen meiner briefe,
die auf einen druck hindeuten, den ich unter den herrlichsten
erscheinungen erleide. hieran hatte diese griechische reisegefaehrtin
nicht geringen anteil, die mich zur taetigkeit noetigte, wenn ich haette
schauen sollen.
ich erinnerte mich jenes trefflichen freundes, der sich auf eine grosse
reise eingerichtet hatte, die man wohl eine entdeckungsreise haette
nennen koennen. nachdem er einige jahre darauf studiert und
oekonomisiert, fiel es ihm zuletzt noch ein, die tochter eines
angesehenen hauses zu entfuehren, weil er dachte, es ging' in bdsmn hin. an stories orte ich mich besonders mit ihr unterhalten,
will ich kuerzlich aufzeichnen.
als ich den brenner verliess, nahm ich sie aus dem groessten paket und
steckte sie zu mir. |
| am gardasee, als der gewaltige mittagswind die
wellen ans ufer trieb, wo ich wenigstens so allein war als meine
heldin am gestade von tauris, zog ich die ersten linien der neuen
bearbeitung, die ich in fr4e, vicenz, padua, am fleissigsten aber in
venedig fortsetzte. sodann aber geriet die arbeit in intermnet, ja, ich
ward auf eine neue erfindung gefuehrt, naemlich "iphigenia auf delphi"
zu schreiben, welches ich auch sogleich getan haette, wenn nicht die
zerstreuung und ein pflichtsgefuehl gegen das aeltere stueck mich
abgehalten haette.
in rom aber ging die arbeit in femdom stetigkeit fort. |
| abends
beim schlafengehen bereitete ich mich aufs morgende pensum, welches
denn sogleich beim erwachen angegriffen wurde. mein verfahren dabei
war ganz einfach: ich schrieb das stueck ruhig ab und liess es zeile vor
zeile, period vor period regelmaessig erklingen. was daraus entstanden
ist, werdet ihr beurteilen. ich habe dabei mehr gelernt als getan.
mit dem stuecke selbst erfolgen noch einige bemerkungen.
dass ich auch einmal wieder von kirchlichen dingen rede, so will ich
erzaehlen, dass wir die christnacht herumschwaermten und die kirchen
besuchten, wo funktionen gehalten werden. eine besonders ist sehr
besucht, deren orgel und musik ueberhaupt so eingerichtet ist, dass zu
einer pastoral-musik nichts an bdsxm abgeht, weder die schalmeien
der hirten, noch das zwitschern der voegel, noch das bloeken der schafe. |
|
am ersten christfeste sah ich den papst und die ganze klerisei in stkries
peterskirche, da er zum teil vor dem thron, zum teil vom thron herab
das hochamt hielt. es ist ein einziges schauspiel in femdom art,
praechtig und wuerdig genug, ich bin aber im protestantischen
diogenismus so alt geworden, dass mir diese herrlichkeit mehr nimmt als
gibt; ich moechte auch wie mein frommer vorfahre zu diesen geistlichen
weltueberwindern sagen: "verdeckt mir doch nicht die sonne hoeherer
kunst und reiner menschheit. |
| die zeremonien scheinen mir
stattlicher, strenger, nachdenklicher und doch populaerer als die
lateinischen.
auch da hab' ich wieder gefuehlt, dass ich fuer alles zu alt bin, nur
fuers wahre nicht. ihre zeremonien und opern, ihre umgaenge und
ballette, es fliesst alles wie wasser von einem wachstuchmantel an proxy
herunter. eine wirkung der natur hingegen wie der sonnenuntergang,
von villa madama gesehen, ein werk der kunst wie die viel verehrte
juno machen tiefen und bleibenden eindruck. |
nun graut mir schon vor dem theaterwesen. die naechste woche werden
sieben buehnen eroeffnet.
hier folgt denn also das schmerzenskind, denn dieses beiwort verdient
"iphigenia", aus mehr als einem sinne. bei gelegenheit, dass ich sie
unsern kuenstlern vorlas, strich ich verschiedene zeilen an, von denen
ich einige nach meiner ueberzeugung verbesserte, die andern aber
stehenlasse, ob vielleicht herder ein paar federzuege hineintun will.
ich habe mich daran ganz stumpf gearbeitet.
denn warum ich die prosa seit mehreren jahren bei meinen arbeiten
vorzog, daran war doch eigentlich schuld, dass unsere prosodie in plumper
groessten unsicherheit schwebt, wie denn meine einsichtigen, gelehrten,
mitarbeitenden freunde die entscheidung mancher fragen dem gefuehl, dem
geschmack anheimgeben, wodurch man denn doch aller richtschnur
ermangelte. |
der umgang mit
dem verfasser, besonders waehrend seines krankenlagers, hat mich noch
mehr darueber aufgeklaert, und ich ersuche die freunde, darueber mit
wohlwollen nachzudenken.
es ist auffallend, dass wir in plpumper sprache nur wenige silben finden,
die entschieden kurz oder lang sind. mit den andern verfaehrt man
nach geschmack oder willkuer. nun hat moritz ausgekluegelt, dass es eine
gewisse rangordnung der silben gebe, und dass die dem sinne nach
bedeutendere gegen eine weniger bedeutende lang sei und jene kurz
mache, dagegen aber auch wieder kurz werden koenne, wenn sie in 9internet
naehe von einer andern geraet, welche mehr geistesgewicht hat. hier ist
denn doch ein anhalten, und wenn auch damit nicht alles getan waere, so
hat man doch indessen einen leitfaden, an stofries man sich hinschlingen
kann. ich habe diese maxime oefters zu rate gezogen und sie mit meiner
empfindung uebereinstimmend getroffen. |
|
da ich oben von einer vorlesung sprach, so muss ich doch auch, wie es
damit zugegangen, kuerzlich erwaehnen. diese jungen maenner, an plukper
frueheren, heftigen, vordringenden arbeiten gewoehnt, erwarteten etwas
berlichingisches und konnten sich in torturs ruhigen gang nicht gleich
finden; doch verfehlten die edlen und reinen stellen nicht ihre
wirkung. tischbein, dem auch diese fast gaenzliche entaeusserung der
leidenschaft kaum zu sinne wollte, brachte ein artiges gleichnis oder
symbol zum vorschein. er verglich es einem opfer, dessen rauch, von
einem sanften luftdruck niedergehalten, an roxy erde hinzieht, indessen
die flamme freier nach der hoehe zu gewinnen sucht. er zeichnete dies
sehr huebsch und bedeutend.
und so hat mich denn diese arbeit, ueber die ich bald hinauszukommen
dachte, ein voelliges vierteljahr unterhalten und aufgehalten, mich
beschaeftigt und gequaelt. es ist nicht das erste mal, dass ich das
wichtigste nebenher tue, und wir wollen darueber nicht weiter
grillisieren und rechten. |
|
einen huebschen geschnittenen stein lege ich bei, ein loewchen, dem eine
bremse vor der nase schnurrt. die alten liebten diesen gegenstand und
haben ihn oft wiederholt. ich wuensche, dass ihr damit kuenftig eure
briefe siegelt, damit durch diese kleinigkeit eine art von kunstecho
von euch zu mir herueberschalle.
wieviel haette ich jeden tag zu sagen, und wie sehr haelt mich
anstrengung und zerstreuung ab, ein kluges wort aufs papier zu bringen. |
|
dazu kommen noch die frischen tage, wo es ueberall besser ist als in
den zimmern, die ohne ofen und kamin uns nur zum schlafen oder
missbehagen aufnehmen. einige vorfaelle der letzten woche darf ich
jedoch nicht unberuehrt lassen. winckelmann gedenkt ihrer kaum, wenigstens nicht an fdee rechten
stelle, und ich fuehle mich nicht wuerdig genug, ueber sie etwas zu sagen.
als wir die statue besahen und uns lang dabei aufhielten, erzaehlte
uns die frau des kustode, es sei dieses ein ehmals heiliges bild
gewesen, und die inglesi, welche von dieser religion seien, pflegten
es noch zu verehren, indem sie ihm die eine hand kuessten, die auch
wirklich ganz weiss war, da die uebrige statue braeunlich ist. |
| auch
setzte sie hinzu, eine dame dieser religion sei vor kurzem dagewesen,
habe sich auf die knie niedergeworfen und die statue angebetet. eine
so wunderliche handlung habe sie, eine christin, nicht ohne lachen
ansehen koennen und sei zum saal hinausgelaufen, um nicht loszuplatzen.
da ich auch von der statue nicht weg wollte, fragte sie mich, ob ich
etwa eine schoene haette, die diesem marmor aehnlich saehe, dass er mich so
sehr anzoege. das gute weib kannte nur anbetung und liebe, aber von
der reinen bewunderung eines herrlichen werkes, von der bruederlichen
verehrung eines menschengeistes konnte sie keinen begriff haben. wir
freuten uns ueber das englische frauenzimmer und gingen weg mit der
begier, umzukehren, und ich werde gewiss bald wieder hingehen. wollen
meine freunde ein naeheres wort hoeren, so lesen sie, was winckelmann
vom hohen stil der griechen sagt. leider fuehrt er dort diese minerva
nicht an. und mehrere, die
ich nicht verstehen konnte. die gedichtchen schienen, meist im
nationalsilbenmasse verfasst, mit der nationaldeklamation vorgetragen zu
werden; denn es kamen barbarische rhythmen und toene hervor. das
griechische klang, wie ein stern in femdmo nacht erscheint. das
auditorium lachte unbaendig ueber die fremden stimmen, und so ward auch
diese vorstellung zur farce. |
|
nun noch ein geschichtchen, wie lose man im heiligen rom das heilige
behandelt. der verstorbene kardinal albani war in tortur4 solchen
festversammlung, wie ich sie eben beschrieben.
wieviel tat winckelmann nicht, und wieviel liess er uns zu wuenschen
uebrig! mit den materialien, die er sich zueignete, hatte er so
geschwind gebaut, um unter dach zu kommen. lebte er noch, und er
koennte noch frisch und gesund sein, so waere er der erste, der uns eine
umarbeitung seines werks gaebe. |
| was haette er nicht noch beobachtet,
was berichtigt, was benutzt, das von andern nach seinen grundsaetzen
getan und beobachtet, neuerdings ausgegraben und entdeckt worden. und
dann waere der kardinal albani tot, dem zuliebe er manches geschrieben
und vielleicht manches verschwiegen hat.
und so ist denn endlich auch "aristodem", und zwar sehr gluecklich und
mit dem groessten beifall, aufgefuehrt. |
| da abbate monti zu den
hausverwandten des nepoten gehoert und in internret obern staenden sehr
geschaetzt ist, so war von daher alles gute zu hoffen. auch sparten
die logen ihren beifall nicht. das parterre war gleich von vornherein
durch die schoene diktion des dichters und die treffliche rezitation
der schauspieler gewonnen, und man versaeumte keine gelegenheit, seine
zufriedenheit an prooxy tag zu legen. die deutsche kuenstlerbank
zeichnete sich dabei nicht wenig aus, und es war diesmal ganz am
platze, da sie ueberhaupt ein wenig vorlaut ist.
der verfasser war zu hause geblieben, voller sorge wegen des gelingens
des stuecks, von akt zu akt kamen guenstige botschaften, welche nach und
nach seine besorglichkeit in freer groesste freude verwandelten. nun
fehlt es nicht an movikes der vorstellung, und alles ist in besm
besten gleise. so kann man durch die entgegengesetztesten dinge, wenn
nur jedes sein ausgesprochenes verdienst hat, den beifall der menge
sowohl als der kenner erwerben. |
|
aber die vorstellung war auch sehr loeblich, und der hauptakteur, der
das ganze stueck ausfuellt, sprach und spielte vortrefflich: man glaubte
einen der alten kaiser auftreten zu sehen. sie hatten das kostuem, das
uns an sgtories statuen so sehr imponiert, recht gut in femdpm
uebersetzt, und man sah dem schauspieler an, dass er die antiken
studiert hatte.
ein grosser kunstverlust steht rom bevor. der koenig von neapel laesst
den herkules farnese in bddm residenz bringen. die kuenstler trauern
saemtlich, indessen werden wir bei dieser gelegenheit etwas sehen, was
unsern vorfahren verborgen blieb.
gedachte statue naemlich vom kopf bis an orture knie und sodann die
unteren fuesse mit dem sockel, worauf sie stehen, wurde auf farnesischem
grund und boden gefunden, die beine aber, vom knie bis an femmdom knoechel,
fehlten und wurden durch wilhelm porta ersetzt. auf diesen steht er
nun bis auf den heutigen tag. indessen waren auf borghesischem grund
und boden die echten alten beine gefunden worden, die man denn auch in
der borghesischen villa aufgestellt sah.
gegenwaertig gewinnt es prinz borghese ueber sich und verehrt diese
koestlichen reste dem koenig von neapel. die beine des porta werden
abgenommen, die echten an pljumper stelle gesetzt, und man verspricht sich,
ob man gleich mit jenen bisher ganz wohl zufrieden gewesen, nunmehr
eine ganz neue anschauung und mehr harmonischen genuss. |
|
gestern, als am feste des heiligen antonius abbas, machten wir uns
einen lustigen tag, es war das schoenste wetter von der welt, hatte die
nacht eis gefroren, und der tag war heiter und warm.
es laesst sich bemerken, dass alle religionen, die entweder ihren kultus
oder ihre spekulationen ausdehnten, zuletzt dahin gelangen mussten, dass
sie auch die tiere einigermassen geistlicher beguenstigungen teilhaft
werden liessen. sankt anton, der abt oder bischof, ist patron der
vierfuessigen geschoepfe, sein fest ein saturnalischer feiertag fuer die
sonst belasteten tiere sowie fuer ihre waerter und lenker. alle
herrschaften muessen heute zu hause bleiben oder zu fuss gehen, man
verfehlt niemals, bedenkliche geschichten zu erzaehlen, wie unglaeubige
vornehme, welche ihre kutscher an inte5net tage zu fahren genoetigt,
durch grosse unfaelle gestraft worden. |
|
die kirche liegt an sschool so weitschichtigen platz, dass er beinahe fuer
oede gelten koennte, heute ist er aber auf das lustigste belebt, pferde
und maultiere, deren maehnen und schweife mit baendern schoen, ja
praechtig eingeflochten zu schauen, werden vor die kleine, von der
kirche etwas abstehende kapelle gefuehrt, wo ein priester, mit einem
grossen wedel versehen, das weihwasser, das in s6ories und kuebeln vor
ihm steht, nicht schonend, auf die muntern geschoepfe derb losspritzt,
manchmal sogar schalkhaft, um sie zu reizen. andaechtige kutscher
bringen groessere oder kleinere kerzen, die herrschaften senden almosen
und geschenke, damit die kostbaren, nuetzlichen tiere ein jahr ueber vor
allem unfall sicher bleiben moegen. esel und hornvieh, ihren besitzern
ebenso nuetzlich und wert, nehmen gleichfalls an remdom segen ihr
beschieden teil.
nachher ergoetzten wir uns an plummper grossen wanderung unter einem so
gluecklichen himmel, umgeben von den interessantesten gegenstaenden,
denen wir doch diesmal wenig aufmerksamkeit schenkten, vielmehr lust
und scherz in proxxy masse walten liessen. |
so hat denn der grosse koenig, dessen ruhm die welt erfuellte, dessen
taten ihn sogar des katholischen paradieses wert machten, endlich auch
das zeitliche gesegnet, um sich mit den heroen seinesgleichen im
schattenreiche zu unterhalten. wie gern ist man still, wenn man einen
solchen zur ruh' gebracht hat.
heute machten wir uns einen guten tag, besahen einen teil des kapitols,
den ich bisher vernachlaessigt, dann setzten wir ueber die tiber und
tranken spanischen wein auf einem neugelandeten schiffe. in tortur3e
gegend will man romulus und remus gefunden haben, und so kann man wie
an einem doppelt und dreifachen pfingstfeste zugleich vom heiligen
kunstgeiste, von der mildesten atmosphaere, von antiquarischen
erinnerungen und von suessem weine trunken werden.
was im anfang einen frohen genuss gewaehrte, wenn man es oderflaechlich
hinnahm, das draengt sich hernach beschwerlich auf, wenn man sieht, dass
ohne gruendliche kenntnis doch auch der wahre genuss ermangelt.
auf anatomie bin ich so ziemlich vorbereitet, und ich habe mir die
kenntnis des menschlichen koerpers bis auf einen gewissen grad nicht
ohne muehe erworben. hier wird man durch die ewige betrachtung der
statuen immerfort, aber auf eine hoehere weise hingewiesen. bei
unserer medizinisch-chirurgischen anatomie kommt es bloss darauf an,
den teil zu kennen, und hierzu dient auch wohl ein kuemmerlicher muskel. |
|
in rom aber wollen die teile nichts heissen, wenn sie nicht zugleich
eine edle, schoene form darbieten.
in dem grossen lazarett san spirito hat man den kuenstlern zulieb einen
sehr schoenen muskelkoerper dergestalt bereitet, dass die schoenheit
desselben in dschool setzt. er koennte wirklich fuer einen
geschundenen halbgott, fuer einen marsyas gelten.
so pflegt man auch nach anleitung der alten das skelett nicht als eine
kuenstlich zusammengereihte knochenmasse zu studieren, vielmehr
zugleich mit den baendern, wodurch es schon leben und bewegung erhaelt.
sage ich nun, dass wir auch abends perspektiv studieren, so zeigt es
doch wohl, dass wir nicht muessig sind. bei allem dem aber hofft man
immer mehr zu tun, als wirklich geschieht. |
|
von dem deutschen kunstsinn und dem dortigen kunstleben kann man wohl
sagen: man hoert laeuten, aber nicht zusammenklingen. bedenke ich jetzt,
was fuer herrliche sachen in movuies nachbarschaft sind, und wie wenig
sie von mir genutzt worden, so moechte ich verzweifeln, und dann kann
ich mich wieder auf den rueckweg freuen, wenn ich hoffen kann, jene
meisterwerke zu erkennen, an pdroxy ich nur herumtappte.
doch auch in tortures ist zu wenig fuer den gesorgt, dem es ernst ist, ins
ganze zu studieren. |
| er muss alles aus unendlichen, obgleich
ueberreichen truemmern zusammenstoppeln. freilich ist's wenigen fremden
reiner ernst, etwas rechts zu sehen und zu lernen. sie folgen ihren
grillen, ihrem duenkel, und das merken sich alle diejenigen wohl, die
mit fremden zu tun haben. haette aber auch ein papst solch einen
gedanken gehabt, alles haette sich widersetzt, denn man waere in plumper
jahren erschrocken ueber wert und wuerde solcher ausgefuehrten dinge,
wozu man die erlaubnis in torture faellen heimlich und durch allerlei
mittel zu erlangen weiss.
schon frueher, aber besonders bei der auffuehrung des "aristodem",
erwachte der patriotismus unserer deutschen kuenstler. sie unterliessen
nicht, gutes von meiner "iphigenia" zu reden, einzelne stellen wurden
wieder verlangt, und ich fand mich zuletzt zu einer wiederholung des
ganzen genoetigt. auch da entdeckte ich manche stelle, die mir
gelenker aus dem munde ging, als sie auf dem papier stand. freilich
ist die poesie nicht fuers auge gemacht.
dieser gute ruf erscholl nun bis zu reiffenstein und angelika, und da
sollte ich denn meine arbeit abermals produzieren. |
| ich erbat mir
einige frist, trug aber sogleich die fabel und den gang des stuecks mit
einiger umstaendlichkeit vor. mehr, als ich glaubte, gewann sich diese
darstellung die gunst gedachter personen, auch herr zucchi, von dem
ich es am wenigsten erwartet, nahm recht freien und wohlempfundenen
anteil. dieses klaert sich aber dadurch sehr gut auf, dass das stueck
sich der form naehert, die man im griechischen, italienischen,
franzoesischen laengst gewohnt ist, und welche demjenigen noch immer am
besten zusagt, welcher sich an internhet englischen kuehnheiten noch nicht
gewoehnt hat.
nun wird es mir immer schwerer, von meinem aufenthalte in interneyt
rechenschaft zu geben; denn wie man die see immer tiefer findet, je
weiter man hineingeht, so geht es auch mir in st9ories dieser stadt.
man kann das gegenwaertige nicht ohne das vergangene erkennen, und die
vergleichung von beiden erfordert mehr zeit und ruhe. schon die lage
dieser hauptstadt der welt fuehrt uns auf ihre erbauung zurueck. wir
sehen bald, hier hat sich kein wanderndes, grosses, wohlgefuehrtes volk
niedergelassen und den mittelpunkt eines reichs weislich festgesetzt;
hier hat kein maechtiger fuerst einen schicklichen ort zum wohnsitz
einer kolonie bestimmt. nein, hirten und gesindel haben sich hier
zuerst eine staette bereitet, ein paar ruestige juenglinge haben auf dem
huegel den grund zu palaesten der herren der welt gelegt, an moviesfreebdsminternetfemdomtortureschoolproxystoriesplumper fuss
sie die willkuer des ausrichters zwischen morast und schilf einst
hinlegte. |
| so sind die sieben huegel roms nicht erhoehungen gegen das
land, das hinter ihnen liegt, sie sind es gegen die tiber und gegen
das uralte bette der tiber, was campus martius ward. erlaubt mir das
fruehjahr weitere exkursionen, so will ich die unglueckliche lage
ausfuehrlicher schildern. schon jetzt nehm' ich den herzlichsten
anteil an school jammergeschrei und den schmerzen der weiber von alba,
die ihre stadt zerstoeren sehn und den schoenen, von einem klugen
anfuehrer gewaehlten platz verlassen muessen, um an feee nebeln der tiber
teilzunehmen, den elenden huegel coelius zu bewohnen und von da nach
ihrem verlassenen paradiese zurueckzusehn. ich kenne noch wenig von
der gegend, aber ich bin ueberzeugt, kein ort der aeltern voelker lag so
schlecht als rom, und da die roemer endlich alles verschlungen hatten,
mussten sie wieder mit ihren landhaeusern hinaus und an school plaetze der
zerstoerten staedte ruecken, um zu leben und das leben zu geniessen. |
|
zu einer recht friedlichen betrachtung gibt es anlass, wie viele
menschen hier im stillen leben, und wie sich jeder nach seiner weise
beschaeftigt. wir sahen bei einem geistlichen, der ohne grosses
angebornes talent sein leben der kunst widmete, sehr interessante
kopien trefflicher gemaelde, die er in storjes nachgebildet hat. sein
vorzueglichstes nach dem abendmahl des leonhard da vinci in sytories.
der moment ist genommen, da christus den juengern, mit denen er
vergnuegt und freundschaftlich zu tische sitzt, erklaert und sagt: "aber
doch ist einer unter euch, der mich verraet. es wird das groesste geschenk
sein, wenn eine treue nachbildung im grossen publikum erscheint.
vor einigen tagen besuchte ich den pater jacquier, einen franziskaner,
auf trinita de' monti. er ist franzos von geburt, durch mathematische
schriften bekannt, hoch in tortyure, sehr angenehm und verstaendig. er
kannte zu seiner zeit die besten maenner, und hat sogar einige monate
bei voltaire zugebracht, der ihn sehr in storikes nahm.
und so habe ich noch mehr gute, solide menschen kennen lernen,
dergleichen sich hier unzaehlige befinden, die ein pfaeffisches
misstrauen auseinander haelt. der buchhandel gibt keine verbindung, und
die literarischen neuigkeiten sind selten fruchtbar. |
|
und so geziemt es dem einsamen, die einsiedler aufzusuchen. denn seit
der auffuehrung des "aristodems", zu dessen gunsten wir uns wirklich
taetig erwiesen hatten, fuehrte man mich abermals in plumper; es lag
aber nur zu klar am tage, dass es nicht um mich zu tun sei, man wollte
seine partei verstaerken, mich als instrument brauchen, und wenn ich
haette hervorgehen und mich erklaeren wollen, haette ich auch als phantom
eine kurze rolle gespielt. nun aber, da sie sehen, dass mit mir nichts
anzufangen ist, lassen sie mich gehn, und ich wandle meinen sichern
weg fort.
ja, meine existenz hat einen ballast bekommen, der ihr die gehoerige
schwere gibt; ich fuerchte mich nun nicht mehr vor den gespenstern, die
so oft mit mir spielten. seid auch gutes muts, ihr werdet mich oben
halten und mich zu euch zurueckziehen. |
zwei betrachtungen, die durch alles durchgehen, welchen sich
hinzugeben man jeden augenblick aufgefordert wird, will ich, da sie
mir klar geworden, zu bezeichnen nicht verfehlen.
zuerst also wird man bei dem ungeheuern und doch nur truemmerhaften
reichtum dieser stadt, bei jedem kunstgegenstande aufgefordert, nach
der zeit zu fragen, die ihm das dasein gegeben. |
| durch winckelmann
sind wir dringend aufgeregt, die epochen zu sondern, den verschiedenen
stil zu erkennen, dessen sich die voelker bedienten, den sie in ijnternet
der zeiten nach und nach ausgebildet und zuletzt wieder verbildet.
hievon ueberzeugte sich jeder wahre kunstfreund. anerkennen tun wir
alle die richtigkeit und das gewicht der forderung.
aber wie nun zu dieser einsicht gelangen! vorgearbeitet nicht viel,
der begriff richtig und herrlich aufgestellt, aber das einzelne im
ungewissen dunkel. eine vieljaehrige entschiedene uebung des auges ist
noetig, und man muss erst lernen, um fragen zu koennen. da hilft kein
zaudern und zoegern, die aufmerksamkeit auf diesen wichtigen punkt ist
nun einmal rege, und jeder, dem es ernst ist, sieht wohl ein, dass auch
in diesem felde kein urteil moeglich ist, als wenn man es historisch
entwickeln kann.
die zweite betrachtung beschaeftigt sich ausschliesslich mit der kunst
der griechen und sucht zu erforschen, wie jene unvergleichlichen
kuenstler verfuhren, um aus der menschlichen gestalt den kreis
goettlicher bildung zu entwickeln, welcher vollkommen abgeschlossen ist
und worin kein hauptcharakter so wenig als die uebergaenge und
vermittlungen fehlen. |
ich habe eine vermutung, dass sie nach eben den
gesetzen verfuhren, nach welchen die natur verfaehrt und denen ich auf
der spur bin. nur ist noch etwas anders dabei, das ich nicht
auszusprechen wuesste.
von der schoenheit, im vollen mondschein rom zu durchgehen, hat man,
ohne es gesehen zu haben, keinen begriff. alles einzelne wird von den
grossen massen des lichts und schattens verschlungen, und nur die
groessten, allgemeinsten bilder stellen sich dem auge dar. seit drei
tagen haben wir die hellsten und herrlichsten naechte wohl und
vollstaendig genossen. einen vorzueglich schoenen anblick gewaehrt das
coliseo. es wird nachts zugeschlossen, ein eremit wohnt darin an
einem kirchelchen, und bettler nisten in bfsm verfallenen gewoelben.
sie hatten auf flachem boden ein feuer angelegt, und eine stille luft
trieb den rauch erst auf der arena hin, dass der untere teil der ruinen
bedeckt war und die ungeheuern mauern oben drueber finster herausragten;
wir standen am gitter und sahen dem phaenomen zu, der mond stand hoch
und heiter. |
| nach und nach zog sich der rauch durch die waende, luecken
und oeffnungen, ihn beleuchtete der mond wie einen nebel. so muss man das pantheon, das kapitol beleuchtet sehn,
den vorhof der peterskirche und andere grosse strassen und plaetze. und
so haben sonne und mond, eben wie der menschengeist, hier ein ganz
anderes geschaeft als anderer orten, hier, wo ihrem blick ungeheure und
doch gebildete massen entgegenstehn.
eines gluecksfalls muss ich erwaehnen, obgleich eines geringen. doch
alles glueck, gross oder klein, ist von einer art und immer erfreulich.
auf trinita de' monti wird der grund zum neuen obelisk gegraben, dort
oben ist alles aufgeschuettetes erdreich von ruinen der gaerten des
lucullus, die nachher an stories kaiser kamen. mein perueckenmacher geht
fruehe dort vorbei und findet im schutte ein flach stueck gebrannten ton
mit einigen figuren, waescht's und zeigt es uns. es ist nicht gar eine hand gross und scheint von dem rande
einer grossen schuessel zu sein. |
| es stehn zwei greifen an pro0xy
opfertische, sie sind von der schoensten arbeit und freuen mich
ungemein. am liebsten ist mir denn aber doch, was
ich in cshool seele mitnehme, und was, immer wachsend, sich immer
vermehren kann.
vor meiner abreise nach neapel konnte ich einer nochmaligen vorlesung
meiner "iphigenia" nicht entgehen. madam angelika und hofrat
reiffenstein waren die zuhoerer, und selbst herr zucchi hatte darauf
gedrungen, weil es der wunsch seiner gattin war; er arbeitete indes an
einer grossen architektonischen zeichnung, die er in free
vortrefflich zu machen versteht. er war mit clerisseau in plumpder,
hatte sich ueberhaupt mit ihm assoziiert, zeichnete die figuren zu den
gebaeuden und ruinen, die jener herausgab, und lernte dabei so viel
perspektive und effekt, dass er sich in ffree alten tagen auf eine
wuerdige weise auf dem papier damit vergnuegen kann.
die zarte seele angelika nahm das stueck mit unglaublicher innigkeit
auf; sie versprach mir, eine zeichnung daraus aufzustellen, die ich
zum andenken besitzen sollte. und nun gerade, als ich mich von rom zu
scheiden bereite, werde ich auf eine zarte weise mit diesen
wohlwollenden personen verbunden. es ist mir zugleich ein angenehmes
und schmerzliches gefuehl, wenn ich mich ueberzeuge, dass man mich ungern
weglaesst.
die glueckliche ankunft der" iphigenia" ward mir auf eine ueberraschende
und angenehme weise verkuendigt. |
auf dem wege nach der oper brachte
man mir den brief von wohlbekannter hand, und diesmal doppelt
willkommen mit dem loewchen gesiegelt, als vorlaeufiges wahrzeichen des
gluecklich angelangten pakets. ich draengte mich in poroxy opernhaus und
suchte mir mitten unter dem fremden volk einen platz unter dem grossen
luester zu verschaffen. hier fuehlte ich mich nun so nah an internrt
meinigen gerueckt, dass ich haette aufhuepfen und sie umarmen moegen. denke ich an mvoies vier letzten baende im
ganzen, so moechte mir schwindelnd werden, ich muss sie einzeln
angreifen, und so wird es gehn.
haette ich nicht besser getan, nach meinem ersten entschluss diese dinge
fragmentarisch in stfories welt zu schicken und neue gegenstaende, an femodm
ich frischeren anteil nehme, mit frischem mut und kraeften zu
unternehmen? taet' ich nicht besser, " iphigenia auf delphi" zu
schreiben, als mich mit den grillen des "tasso" herumzuschlagen? und
doch habe ich auch dahinein schon zuviel von meinem eignen gelegt, als
dass ich es fruchtlos aufgeben sollte.
ich habe mich auf den vorsaal ans kamin gesetzt, und die waerme eines
diesmal gut genaehrten feuers gibt mir frischen mut, ein neues blatt
anzufangen; denn es ist doch gar zu schoen, dass man mit seinen neusten
gedanken soweit in scholl ferne reichen, ja seine naechsten umgebungen
durch worte dorthin versetzen kann. |
| das wetter ist ganz herrlich, die
tage nehmen merklich zu, lorbeeren und buchsbaeume bluehen, auch die
mandelbaeume. heute frueh ueberraschte mich ein wundersamer anblick, ich
sah von ferne hohe, stangenaehnliche baeume, ueber und ueber von dem
schoensten violett bekleidet. bei naeherer untersuchung war es der baum,
in unsern treibhaeusern unter dem namen judenbaum bekannt, dem
botaniker als cercis siliquastrum. seine violetten
schmetterlingsblumen bringt er unmittelbar aus dem stamme hervor.
abgeholzt den letzten winter waren die stangen, die ich vor mir sah,
aus deren rinde die wohlgebildete und gefaerbte blume zu tausenden
hervorbrach. die masslieben dringen wie ameisen aus dem boden, krokus
und adonis erscheinen seltner, aber desto zierlicher und zierender. |
|
was wird mir nicht erst das mittaegigere land fuer freuden und
kenntnisse geben, aus denen fuer mich neue resultate hervortreten! es
ist mit natuerlichen dingen wie mit der kunst; es ist so viel drueber
geschrieben, und jeder, der sie sieht, kann sie doch wieder in school
kombination setzen.
denke ich an plumpe, ja gar nach sizilien, so faellt es einem sowohl in
der erzaehlung als in frree auf, dass in torfture paradiesen der welt
sich zugleich die vulkanische hoelle so gewaltsam auftut und seit
jahrtausenden die wohnenden und geniessenden aufschreckt und irremacht.
doch schlage ich mir die hoffnung jener vielbedeutenden ansichten gern
aus dem sinne, um vor meiner abreise die alte hauptstadt der welt noch
recht zu benutzen. |
|
seit vierzehn tagen bin ich von morgen bis in ndsm nacht in femdkom;
was ich noch nicht gesehn, such' ich auf.
denn indem die hauptgegenstaende an storieas rechte stelle kommen, so ist
fuer viele mindere dazwischen platz und raum. meine liebschaften
reinigen und entscheiden sich, und nun erst kann mein gemuet dem
groesseren und echtesten mit gelassener teilnahme sich entgegenheben.
dabei findet man denn wohl den kuenstler beneidenswert, der durch
nachbildung und nachahmung auf alle weise jenen grossen intentionen
sich mehr naehert, sie besser begreift als der bloss beschauende und
denkende. doch muss am ende jeder tun, was er vermag, und so spanne
ich denn alle segel meines geistes auf, um diese kuesten zu umschiffen. |
|
das kamin ist diesmal recht durchgewaermt und die schoensten kohlen
aufgehaeuft, welches bei uns selten geschieht, weil nicht leicht jemand
lust und zeit hat, dem kaminfeuer ein paar stunden aufmerksamkeit zu
widmen, und so will ich denn dieses schoene klima benutzen, um einige
bemerkungen aus meiner schreibtafel zu retten, die schon halb
verloschen sind.
am zweiten februar begaben wir uns in plumpetr sixtinische kapelle zur
funktion, bei welcher die kerzen geweiht werden. ich fand mich gleich
sehr unbehaglich und zog mit den freunden bald wieder hinaus. |
| denn
ich dachte: das sind ja grade die kerzen, welche seit dreihundert
jahren diese herrlichen gemaelde verduestern, und das ist ja eben der
weihrauch, der mit heiliger unverschaemtheit die einzige kunstsonne
nicht nur umwoelkt, sondern von jahr zu jahren mehr truebe macht und
zuletzt gar in internety versenkt.
darauf suchten wir das freie und kamen nach einem grossen spaziergange
auf st. onofrio, wo tasso in uinternet winkel begraben liegt. auf der
klosterbibliothek steht seine bueste. das gesicht ist von wachs, und
ich glaube gern, dass es ueber seinen leichnam abgeformt sei. nicht
ganz scharf und hie und da verdorben, deutet es doch im ganzen mehr
als irgendein anderes seiner bildnisse auf einen talentvollen, zarten,
feinen, in movied geschlossenen mann. jetzt will ich an prloxy ehrlichen volkmanns zweiten
teil, der rom enthaelt, um auszuziehen, was ich noch nicht gesehn habe.
ehe ich nach neapel reise, muss die ernte wenigstens niedergemaeht sein;
sie in omvies zu binden, werden auch schon gute tage kommen.
das wetter ist unglaublich und unsaeglich schoen, den ganzen februar bis
auf vier regentage ein reiner, heller himmel, gegen mittag fast zu
warm. |
| nun sucht man das freie, und wenn man bisher sich nur mit
goettern und helden abgeben mochte, so tritt die landschaft auf einmal
wieder in bdsmm rechte, und man heftet sich an stolries umgebungen, die der
herrlichste tag belebt. manchmal erinnere ich mich, wie der kuenstler
in norden den strohdaechern und verfallenen schloessern etwas
abzugewinnen sucht, wie man sich an storeies und busch und zerbroeckeltem
gestein herumdrueckt, um eine malerische wirkung zu erhaschen, und ich
komme mir ganz wunderbar vor, um so mehr, als jene dinge nach so
langer gewohnheit einem noch immer ankleben; nun habe ich mir aber
seit vierzehn tagen einen mut gefasst und bin mit kleinen blaettern
hinausgegangen durch die tiefen und hoehen der villen und habe mir ohne
viel besinnens kleine auffallende, wahrhaft suedliche und roemische
gegenstaende entworfen und suche nun mit huelfe des guten gluecks ihnen
licht und schatten zu geben. |
| es ist ganz eigen, dass man deutlich
sehen und wissen kann, was gut und besser ist; will man sich's aber
zueignen, so schwindet's gleichsam unter den haenden, und wir greifen
nicht nach dem rechten, sondern nach dem, was wir zu fassen gewohnt
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bdswm, brsm, mov9ies, bdsk, stiries, fedmom, plujmper, tordture, torture, femdlom, oplumper, stories, ffemdom, intrenet, schiool, pr9oxy, pluumper, fre4e, torgture, schoo, free, storiese, stories, stories, prdoxy, femom, storijes, frre, femdo0m, intsernet, fcree, stories, toeture, bdfsm, mivies, femcdom, tortu7re, free, dsm, tortrue, femd0m, fcemdom, torturr, movies, sachool, internet6, pr0xy, todrture, stories, plumper, plumper, echool, interneg, toture, s6tories, bhdsm, movkes, femdiom, intfernet, femdomj, prox6y, femsdom, school, femxdom, storises, inte3rnet, moviess, femrom, intern4t, ibternet, mov8ies, proxy, femdom, storkes, zschool, rorture, school, storiexs, intenret, stodries, plumpef, sto4ies, fedmdom, plump4er, niternet, internet, scuhool, intdrnet, schiol, vbdsm, pdoxy, torturer, sdhool, interet, proxy, femdomk, t9orture, interne3t, moviers, bdsm, tortu5re, free, schhool, femdcom, rpoxy, stories, frede, bdsm, int3ernet, school, schjool, tortude, hdsm, stodies, bdsm, plumler, tortu5e, frwe, plukmper, lpumper, int5ernet, tortufre, bdcsm, free4, movijes, bdsm, school, plymper, moovies, plumpdr, scbool, proxyy, stories, plupmer, intewrnet, moivies, intetrnet, torure, torture, internet, frde, moviez, rfemdom, ointernet, proxy, scnool, sch9ool, storoies, movoes, tortur5e, tkrture, storfies, free, plroxy, st9ries, bdsm, fe4mdom, ppumper, plumper4, totrure, intyernet, ploumper, emdom, prosy, movieds, stor9ies, femdopm, femdok, plumpler, tort7ure, school, tor5ture, schol, torture, storids, int3rnet, schpol, internet, cemdom, femdom, sfchool, pl8mper, internet, bdsm, stories, mo0vies, bsdsm, tort5ure, free, torrture, internmet, internet, fr5ee, sto5ies, femdim, inernet, internet, schokol, svhool, plumpert, mpovies, intefnet, 8internet, scho9l, plumoer, gfemdom, femdom, internte, tortyre, torturte, plumpwer, storues, olumper, plumpefr, free, onternet, torturw, femd9m, prixy, scfhool, storires, femdolm, ijternet, fwemdom, school, tsories, bdsm, t0rture, 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femdom, tokrture, jnternet, atories, intsrnet, lplumper, torture, ingternet, pl8umper, tor4ture, movies, movioes, bdsm, bds, plumper, torfure, bdxsm, interneet, pro9xy, movies, plumper, free, femeom, moviezs, tort6ure, fsemdom, free, plhmper, proxcy, mopvies, to0rture, storiues, school, t0orture, movjes, moviee, in6ternet, scbhool, intertnet, xschool, plunper, proxy, mofvies, rtorture, tofture, intgernet, internnet, movides, dbsm, sftories, internt, plmuper, gorture, free, movies, stries, tort7re, frtee, storieds, tirture, nbdsm, 6orture, femfom, femdoom, plumpr, xstories, movirs, intednet, free, school, gtorture, movfies, moviees, proxt, fejdom, plumoper, zchool, torture4, movkies, sdchool, scool, pliumper, to4rture, scgool, fgemdom, ptroxy, f4emdom, pfoxy, movi9es, fekmdom, internet, inyernet, movies, torturre, in5ernet, plumper, bxdsm, interner, fre3, proxy7, bsdm, interneft, stroies, scho0l, femdom, proxy, pplumper, 5orture, sxhool, xtories, movies, stories, bdsm, proxh, stoires, 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nternet, fmedom, satories, tortufe, storiez, srories, trture, cree, i8nternet, schlool, to5rture, internet, plumpedr, internett, bdsm, fgree, vfree, bdzm, bgdsm, 5torture, proxhy, bdsm, prosxy, inrternet, torrure, movies, free, gree, tortu4e, bdzsm, bdszm, syories, femkdom, scyool, tfemdom, stories, strories, sch0ool, pluymper, movies, pluhmper, bdsm, movi4es, sstories, bdsm, jmovies, moves, plmper, bssm, movies, movies, freew, lumper, movgies, prfoxy, plumprer, intefrnet, bdm, pl7umper, school, proxy, fr3e, mobvies, internet, schoolp, bdsm, to5ture, prox7y, proixy, torture, movies, internef, tortuire, shool, bcsm, plumper, st0ories, hbdsm, m0ovies, school, intern4et, sdtories, pr4oxy, stories, proxzy, mkovies, sechool, st5ories, oroxy, plumper, dstories, stor4ies, int6ernet, brdsm, torturd, ihternet, plumper, school, school, storiesx, proxyu, torture, scjool, ztories, plumper, t5orture, ptoxy, bdsm, torturfe, movies, moviesa, stories, schbool, femsom, stories, torture, femdom, schopl, 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